Was der Kaffeesatz zur neuen Berner Regierung sagt

Publiziert am 31. März 2026

Der Status quo im Kanton Bern hält. Der Kaffeesatz sagt: «Schaut genau hin!» ‼️

Der Regierungsrat des Kantons Bern bleibt parteipolitisch so zusammengesetzt wie in den letzten zehn Jahren. Der Angriff von SVP und SP – beide traten mit je drei Kandidierenden an – ist am Sonntag gescheitert.

✅ Das 4:3 mit einem Überhang für die bürgerliche Seite (SVP, FDP, Mitte) widerspiegelt die Präferenzen der Wählerschaft am ehesten.

Offen ist, wie lange die Zusammensetzung der Regierung so bleibt.

↩️ Ein kurzer Rückblick: 2025 vergingen mehrere Monate, bis Pierre Alain Schnegg (SVP) entschied, nochmals anzutreten. Sein Zögern befeuerte Gerüchte – parteiintern wurde bereits über einen Rücktritt spekuliert.

Schnegg wird diesen Sommer Regierungspräsident und erreicht im Dezember 2027 das Pensionsalter. Tritt er zur Halbzeit zurück, werden die Karten neu gemischt.

🟡 Seit 2016 hält Schnegg den garantierten Sitz für den französischsprachigen Kantonsteil, den Jura bernois. Seine Nachfolge muss zwingend aus diesem Verwaltungskreis kommen. Dort leben nach dem Kantonswechsel des Städtchens Moutier noch rund 47’000 Menschen, also 4,7 % der Gesamtbevölkerung.

Im Jura bernois ist die SVP mit Abstand stärkste Kraft (34 %), gefolgt von der SP (23 %).

🤔 Wer könnte Schnegg dereinst beerben – 2027/28 oder spätestens 2030? Häufig genannt wird Nationalrat und Kantonalpräsident Manfred Bühler (1979). Bereits 2014 trat er an, um Philippe Perrenoud (SP) aus dem Amt zu drängen – erfolglos.

Noch im letzten Jahr zeigte Bühler gemäss parteiinternen Quellen kein Interesse an Schneggs Nachfolge. Sollte dieser jedoch Ende 2027 zurücktreten, wäre Bühler die prominenteste Figur der Partei. Als mögliche Alternative gilt Grossrätin Anne-Caroline Graber (1976), die ausserhalb des Berner Juras allerdings nur wenig bekannt ist.

🟡 Wenn die SP und ihr Bernjurassischer Kampfkandidat Hervé Gullotti (1972) strategisch geplant haben, tritt er bei der nächsten Vakanz erneut an – mit deutlich besseren Karten.

Er erreichte am Wahlsonntag solide 35 % – sein Name stand damit auf jedem dritten gültigen Wahlzettel. Als Grossratspräsident 2021/22 und Gemeindepräsident von Tramelan ist er kein politisches Leichtgewicht.

❗️Der Angriff der SVP vom letzten Sonntag zielte darauf ab, neben Schnegg auch die beiden Neuen Raphael Lanz (Thun) und Daniel Bichsel (Zollikofen) in die Regierung zu bringen. So hätte die Partei bei der Schnegg-Nachfolge den unpopulären Berner-Jura-Sitz wieder abgeben können.

Die Stimmberechtigten in der Stadt Bern durchkreuzten dieses Kalkül: Reto Müller (SP) verdrängte Daniel Bichsel (SVP) vom siebten Platz; er holte dort ein Plus von 19’962 Stimmen.

Der Kaffeesatz ist gelesen. Ob dieses Posting gut altert, zeigt sich in zwei Jahren. ☕️

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