Das neue Medien-Monopoly – und warum es die Schweiz betrifft

Publiziert am 03. März 2026

Larry Ellison ist einer der reichsten Menschen der Welt. Zusammen mit seinem Sohn David übernimmt er den Hollywood-Konzern Warner Bros. Discovery für rund 110 Milliarden Dollar. Wenn die Kartellbehörden zustimmen, fusioniert ihr Paramount-Skydance-Imperium mit Warner Bros. zu einem neuen Giganten der globalen Medien- und Unterhaltungsindustrie.

🎞️ 📺 Der Konzern vereint Filmproduktionen und -rechte, Streaming-Dienste, Soziale Medien, weitere Plattformen und Fernsehsender. Künftig wären etwa CBS und CNN unter demselben Dach.

🎃 Die Ellisons sind Supporter des amerikanischen Präsidenten, genauso wie Multimilliardäre aus der Tech-Branche, etwa Elon Musk (X), Mark Zuckerberg (Meta) und Jeff Bezos (Amazon, «Washington Post»).

Sie handeln nicht mit Hundefutter, sondern mit Information, Emotionen, Meinungen, Algorithmen und unseren Daten.

Das macht sie zu mächtigen Akteuren.

❗️Elon Musk zeigte während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2024, wie das geht: Er verwandelte X in ein Sprachrohr für Donald Trump und die MAGA-Bewegung. ‼️

📺 Dass Trump demokratische Institutionen und unabhängige Medien nicht mag, können wir in Echtzeit beobachten. («CNN – it’s fake news!», sagte er unlängst.)

CNN ist bald im Besitz der Trump-Supporter.

Was hat das mit der Schweiz zu tun – einem Land, in dem wir sogar über Kuhhörner abstimmen dürfen?🇨🇭

🔴 Auch hierzulande steigt der Medienkonsum weiter. Gleichzeitig verlagert er sich immer stärker auf digitale Kanäle – und von Informations- zu Unterhaltungsangeboten.

🔴 Die Menschen informieren sich immer weniger über die «Engadiner Post», «24 heures» online oder Radio SRF.

🔴 Stattdessen lassen sie sich von den Angeboten der Tech-Giganten berieseln. Diese bolzen Reichweiten und Gewinne.

Inzwischen entziehen die ausländischen Tech-Giganten dem viersprachigen Medienplatz Schweiz etwa die Hälfte des Werbeumsatzes.

Diese Entwicklung ist seit mehr als 20 Jahren im Gang. Ein Rezept dagegen gibt es nicht. Obwohl es den privaten Medienverlagen finanziell schlecht geht, auf eine Abbaurunde die nächste folgt, soll nun auch noch die gebührenfinanzierte SRG bis auf ihren Rumpf reduziert werden.

❗️Wenn ein Schiff ein Leck hat, vergrössert man es nicht mit dem Vorschlaghammer. ‼️

Doch die Befürworter der Halbierungsinitiative wollen genau das tun. Offen ist, ob die Mehrheit von ihnen sich dessen bewusst ist.

Noch fünf Tage bis zur Abstimmung. Wake up, Switzerland!

Transparenz:
➡️ Ich bin Geschäftsführer der Allianz Pro Medienvielfalt, die sich seit vier Jahren gegen die SRG-Halbierungsinitiative engagiert.  Zu ihr zählen 8000 Einzelpersonen und 35 Organisationen.

 

Foto Larry Ellison: Reuters 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert