Cablecom-Kampagne erhält dank dem Support eines Bloggers den richtigen Dreh

Dass Cablecom in Sachen Kundenservice seit Jahren Bestnoten erreicht, ist hinlänglich bekannt. Werberisch ausgedrückt: simply the best. Entsprechend muss die Imagekampagne, die seit ein paar Wochen läuft, anders gewertet werden: Es geht darum, die darbende Werbewirtschaft zu stützen. Das ist löblich.

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Wie Tom Brühwiler, vielen als BloggingTom bekannt, nun aufdeckt, wurden vier Sujets vorübergehend vergessen. Er reicht sie nach – sie bringen es auf den Punkt. Ein Beispiel:

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Wenn die Cablecom-Verantwortlichen richtig ticken, haben Sie BloggingTom bereits eine Jobofferte unterbreitet. Er hat den Dreh raus – und eine unverzerrte Perspektive auf die Qualitäten der Firma. Die drei weiteren Sujets des bekannten Bloggers kann man hier betrachten.

Veräppelungen bestehender Kampagnen sind nichts neues. Als im Herbst 2008 die Staatsbank UBS eine Imagekampagne lancierte, war Blogger Bö subito mit einem treffendem Sujet zur Stelle:

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Wie ein Bischof mit 140 Zeichen Brücken zwischen Himmel und Erde baut

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Bei der Suche nach einem progressiven und volksnahen Menschen würde einem vermutlich Papst Benedikt XVI nicht als Erster in den Sinn kommen. Über die Pfingsttage hat der Heilige Vater allerdings die jungen Katholiken aufgefordert, “ihren Glauben in die digitale Welt hinauszutragen”.

Einer der Jünger von Joseph Ratzinger, der Bischof von Limburg, Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst (Foto), nutzt die neuste Web2.0-Möglichkeit: er lässt twittern. Mit diesem Kurznachrichtendienst will das Bistum laut Medieninformation “Brücken der Kommunikation zwischen Himmel und Erde bauen”.

Foto von Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst: Robert G. Eberle

Gemeindepräsidentin Magdalena Meyer-Wiesmann geht – und schweigt

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Vor fünf Jahren begegnete mir Magdalena Meyer-Wiesmann das erste Mal. Sie besuchte zusammen mit anderen Leuten einen Kurs bei mir. Die persönliche Auftrittskompetenz stand im Zentrum. Und: nicht nur reden, sondern auch etwas sagen. Gerade Politiker können Ersteres gut, bei Zweiterem übermannen mich regelmässig Zweifel.

Heute morgen begegnete mir Magdalena Meyer-Wiesmann das zweite Mal. Am frühen Morgen beim Zmorge. Sie lächelte mich an. Aus “Berner Zeitung” und “Bund”. Sie geht nach Rom. Nicht mit Swiss, nicht mit dem direkten Nachtzug, den es seit Jahrzehnten gibt. Nein, sie geht. Zu Fuss.

Vor der Gemeindepräsidentin von Kirchlindach liegen rund 1100 Kilometer. Sie geht, um in sich hineinzuhorchen. Sie will schweigen. Sie möchte herausfinden, ob sie es so lange aushält, zumeist mit sich alleine zu sein. Zudem will sie während dieser etwa 60 Tage dauernden Wanderung Sponsorengelder generieren. Für die Aids-Opfer in Afrika.

Auf “zufussnachrom” führt sie Tagebuch. Mit SMS-Nachrichten, die auf der Website hochgeladen werden. Einen Laptop möchte sie nicht mitnehmen. Verständlich. Twitter wäre eine elegante Option gewesen. Schneller, effizienter.

Zu Fuss unterwegs sein kann läutern, die Gedanken schärfen, innere Ruhe vermitteln, für Klarheit sorgen. All diese Qualitäten hülfen im Alltag der Politik. Deswegen bin ich schon jetzt versucht zu empfehlen: Gehen Sie auch, liebe Politikerinnen und Politiker.

Nach dem überzeugten Auswanderer (zuerst svp, dann grüne) und dem passionierten Stadtwanderer (sp) hat die Region Bern also mit Magdalena Meyer-Wiesmann auch eine ambitionierte Romwandererin (fdp). Die drei sollten sich irgendeinmal einmal treffen – wandernd. Da kämen womöglich parteiübergreifend gute Lösungsansätze zustande.

Foto Magdalena Meyer-Wiesmann: “Bund”/Nadja Frey

Wo Politiker und Parteien vermessen werden

Wir leben im Zeitalter von Ratings, Rankings, Miss Wallisellen-Süd-Ost-Contests. Erstere sind mitverantwortlich, dass die Wirtschaft weltweit nahezu kollabiert, Letztere zwingend nötig, damit die vielen Kleinformatzeitungen auch genügend Futter haben, um gefüllt zu werden.

Das Bedürfnis nach Wettstreit, Ranglisten und Aufmerksamkeit – Andy Warhols berühmte 15 Minuten? – steigt laufend. Wo es nicht nach Toren oder Punkten geht, werden die Messungen allerdings schnell einmal komplexer. Oft sind sie merkwürdig bis undurchsichtig und entsprechend sinkt die Glaubwürdigkeit. Nur drei Stichworte dazu: Boxen, Schlittschuhlaufen, Eurovision Contest.

Just in diese Entwicklung platzt politReport. Laut Eigendeklaration werden mit diesem Monotoring-System “rund 2800 Schweizer Online-Medien permament auf Nennungen von Politikern und Parteien durchsucht und so ein Report erstellt”. In der Beta-Ausgabe dieses Projekts, bereits jetzt zugänglich, ist beispielsweise die Präsenz der nationalen Parteipräsidenten bis und mit heute erfasst. Das Go-Life ist, so sagte mir Denis Nordmann, am nächsten Montag vorgesehen.

Ich finde dieses Projekt grundsätzlich interessant. So lange allerdings nur quantitative Aussagen gemacht werden können, ist sein Wert reduziert. Es macht einen Unterschied, ob Fulvio Pelli auf NZZ online ein Interview gibt oder in einem Politblog mit täglich 300 Visits kritisiert wird. Erst wenn eine ausgeklügelte Kategorisierung eingebaut wird, werden die Reports zu Analysen und wirklich spannend.

Wahlkampfblog startet ins dritte Jahr

Ein kitzekleines Jubiläum: Heute genau vor zwei Jahren purzelte das erste Posting des Wahlkampfblogs ins WWW. Es war ein länglicher Text, mit dem ich zu erklären versuchte, wie eine Partei den Wahlkampf angehen sollte.

Das Posting las niemand, anfänglich fanden es nicht einmal die cleveren Suchroboterchen von Google. So viel zu meinem Start als Blogger. In den letzten zwei Jahren verfasste ich 230 Postings.

Was wir sonst noch aus den Statistiken lesen können: Dieses Blog wird täglich zwischen 300 und 600 Mal aufgerufen. Je nach Brisanz des Themas variieren die Besucherzahlen stark. Viele andere Micropublizisten finden die Anzahl Seiten (page impressions) relevanter. Bitte: es sind durchschnittlich 1300 Seiten pro Tag.

Andere versuchen, mit ihren Blogs Mukis aufzubauen: Möglichst viele visits, unique visitors, sites und authorities, letzteres sind Links, die auf das eigene Medium verweisen. Ich habe dieses Rennen im Web längst aufgegeben. Mit einem Themenblog schafft man es in der Schweiz nicht, wirklich beeindruckende Zahlen hinzubringen.

Es wird mir immer und immer wieder gesagt: „Du musst täglich publizieren, sonst verlierst du den Traffic.“ Das stimmt gewiss. Bloss ist der Abend manchmal schon alt, bevor ich überhaupt an ein Posting denken könnte. Manchmal fehlt die entscheidende Idee.

Unter den vielen statistischen Daten, die ich täglich abrufen könnte, ist mir nur eine Angabe wichtig: Die Anzahl Besucherinnen und Besucher, die mehr als eine Viertelstunde auf dem Wahlkampfblog verweilt. Das sind Menschen, die sich offensichtlich mit meinen Gedanken auseinandersetzen, sich Zeit lassen. Für SIE schreibe ich.

Ich werde regelmässig gefragt:
Weshalb bloggst du? Nun, es gibt mehrere Antworten:

• Weil mir gewisse Themen auf den Nägeln brennen
• Weil ich die Auseinandersetzung mit einem Gedanken mag. Es ist eine Herausforderung, diesen Gedanken weiterzuentwickeln und schliesslich in einem Text zu verarbeiten
• Weil ich die Herausforderung mit der Sprache suche
• Weil es gut tut. Jawohl, schreiben hat zuweilen eine psychohygienische Wirkung
• Weil es für mich lehrreich ist, sich im Web auszutauschen. Es gibt Blogs, vor deren Betreiberinnen und Betreibern ziehe ich den Hut, chapeau!
• Weil ich manchmal schneller sein will als die Agenturjournalisten
• Weil ich in den Diskurs eine weitere Perspektive einbringen möchte

Einige meiner Begründungen tönen ambitioniert. Und daran scheitere ich auch. Weil es mir an Zeit fehlt, an der Stringenz in der Argumentation, weil die andere Perspektive nicht wirklich anders ist.

Trotzdem blogge ich weiter.

P.S.   Anfang Dezember 2008 schrieb ein Bundesratskandidat einen langen Kommentar. Zwei Tage später rief seine Ex-Frau an mit der Bitte, diesen doch wieder zu entfernen. Ich habe es getan. Dem Frieden zuliebe.

Bloggen für die Bilateralen

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Andreas Kyriacou zählt für mich zu den engagiertesten Polit-Bloggern in diesem Land. Schon seit Jahren schreibt er viel – und fast überall. Ich vermute, dass er so ziemlich alle Feeds abonniert hat. Zuweilen beschleicht mich das Gefühl, er sei 24 Stunden online. Bürokollege Suppino sagte einmal: “Kyriacou bloggt vermutlich noch, wenn er auf der Klobrille sitzt oder eine Skitour macht.”

Gestern lancierte Kyriacou zusammen mit Mitstreitern ein neues Portal: Es heisst Bilablog (die Abkürzung steht für Bilateralen-Blog) und ist nach Angaben der Initianten die erste parteiübergreifende Blog-Kampagne in der Schweiz. Die eingeladenen rund 20 Bloggerinnen und Blogger spannen zusammen und verfassen mindestens je einen Beitrag zur Abstimmung über die Personenfreizügigkeit. Im Zentrum steht dabei, weshalb wir am 8. Februar Ja stimmen sollten.

Ich finde dieses Projekt bemerkenswert und spannend. Aus drei Gründen:

1. In Zeiten der weiter zunehmenden Polarisierung in der Politik ist es besonders wertvoll, wenn vereint, quer über die Parteigrenzen, zusammengearbeitet wird.

2. Auf dem Portal wird in drei Landessprachen sowie in Englisch geschrieben. Das kann dem Zusammenhalt des Landes nur gut tun. Und es fördert die Sprachkompetenz der Leserinnen und Leser, ich selber werde mir die Zähne ausbeissen an den Postings in italienischer Sprache.

3. Der Mix ist gut: Es sind nicht nur die üblichen Verdächtigen dabei, sondern auch unbekannte Teilnehmende. Das ist weise und setzt einen Kontrapunkt zum Verhalten der Massenmedien, die nur noch den prominenten Parlamentariern und Experten nachhecheln.

Der negative Punkt: Dieses Portal kommt viel zu spät. Schade, dass es erst knapp drei Wochen vor dem Abstimmungstermin lanciert wurde. Es hätte eine gewisse Relevanz erreichen können, wenn man es vor drei Monaten gestartet hätte. Eine echte Debatte um Argumente statt Raben und Geld hätte der Sache am meisten genützt.

Bla-Bla-Blogger und David Bauer oder vom Esel, der den anderen Langohr schimpft

Womöglich ist mein Anspruch zu hoch: Mit der Lektüre eines jeden Zeitungsartikels möchte ich Neues erfahren. David Bauers Text in der “SonntagsZeitung” über die Schweizer Weblogs wird diesem Anspruch nicht gerecht. Er strickt im Prinzip an der uralten Masche “Journalisten vs. Blogger”.

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Womöglich haben wir es mit einer allgemeinen Entwicklung im Journalismus zu tun: Ein Medienschaffender befasst sich mit einem Thema, setzt sich aber nicht damit auseinander. Er bleibt an der Oberfläche, statt die Tiefe zu suchen. Er hat eine These im Kopf und sucht sich die Quellen aus, die seine Thesen stützen. Journalistisch ist diese Arbeitsweise nicht, sie ist billig und bequem. Echte Neugierde und Offenheit fehlen.

Kurz: die Storys sind schnell recherchiert, schnell geschrieben, schnell gelesen – und schnell vergessen. Was uns Bauer auftischt, ist eine Geschichte, die bestensfalls in einer Tageszeitung Platz finden dürfte: das Werk von acht Stunden Arbeit. Von einer Wochenzeitung erwarte ich einen anderen Ansatz. Statt nach dem angelsächsischen Journalisten-Credo “give them the unexpected” liefert Bauer das, was er den Bloggern vorwirft: “more of the same”. Seine Vorwürfe und Pauschalurteile fallen zu einem rechten Teil auf ihn zurück. Hier passt das Sprichwort vom Esel, der den anderen Langohr schimpft.

Ergänzend zum Artikel druckt die “SonntagsZeitung” ein Interview mit Bundesrat Moritz Leuenberger ab. Das ist einfach nur noch langweilig, Leuenberger gab die letzten 18 Monate schon Dutzende von Interviews über sein Dasein und Denken als bekanntester Blogger der Schweiz.

Einem Kontrapunkt zum Mainstream war David Bauer auf der Spur: “Thinkabout”. Dieser Blogger sucht sich seine Themen meistens, ohne auf die Schlagzeilen und populäre Themen zu schielen. Er denkt, schreibt sich die Finger wund, seine Texte sind gut. Manchmal scheitert er, aber oft ist es ein Genuss, seine Gedanken zu lesen, die wiederum zum Nachdenken anregen. Die “SonntagsZeitung” hätte sich ein Interview mit einem unbekannten Blogger leisten können, das wäre vermutlich ergiebiger geworden.

“Thinkabout”, den ich persönlich nicht kenne, ist nur ein Beispiel. Es gibt andere Trouvallien unter den Schweizer Weblogs. Ich glaube nicht, dass deren Betreiber den Anspruch haben, “tollkühne Rebellen wider den Mainstream” zu sein, wie das Bauer insinuiert. Es geht ihnen vermutlich auch nicht primär darum, möglichst viele “Visits” und “Pages” zu erreichen. Sie messen sich an ihren hohen Ansprüchen.

Ich finde vereinzelte Weblogs herausragend. Dass sie keine “Wirkung nach aussen” (Bauer) erzielen, hat viel mit den etablierten Medien zu tun. Nicht selten nehmen sie Themen aus den Blogs auf; es ist dankbar, mit ein paar Mausklicks Inputs zu bekommen. Allein: die Quellenhinweise bleiben aus.

Andere Postings zum Thema:

– BloggingTom
– Infomagazin Nachlese
– Metablog
– Die Lupe

Foto: Mark Balsiger

Durchbruch für smartvote und Wahlbistro

Gestern am Stand des besten Kebabverkäufers in Bern: Nebenan diskutieren zwei Männer im Alter zwischen 25 und 30 Jahren. Beide sind unüberhörbar Walliser. Sie diskutierten über – die Stadtberner Wahlen. Beide sind unsicher, wen sie Ende November wählen sollen. “Ich kenne ja niemanden”, meint der eine lakonisch.

Die beiden Walliser sind zweifellos nicht alleine. Die Vermutung ist naheliegend, dass es Tausenden von Menschen in der Stadt Bern ähnlich geht. Gerade für sie gibt es das virtuelle Wahlbistro.

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Im Wahlbistro kann man den Kandidierenden auf den Zahn fühlen. Oder die Debatten unter Politisierenden verfolgen, die dort im Gange sind. Auch das hilft bei der Wahl.

Seit heute Morgen haben das Wahlbistro und die Wahlhilfe smartvote einen kombinierten Auftritt. Der technische Durchbruch gelang gestern und diese Nachricht von unseren IT-Cracks um 16.16 Uhr mit dem simplen Betreff “Ready!” liess bei uns im Büro die Korken knallen.

Worum geht es? Und wie funktioniert dieser kombinierte Auftritt? Ein Lesebeispiel:

– die URL www.smartvote.ch aufrufen
– Stadtratswahlen Bern – 30.11.2008 auswählen
– in der Suchmaske den Namen Jan Flückiger eingeben
– in Flückigers Navigation oben rechts erscheint die Rubrik „Wahlbistro“
– Wahlbistro anklicken >>> Flückigers Kommentare im Wahlbistro werden angezeigt (siehe Screenshot unten)
>>> von jedem seiner Kommentare kann man mit einem Mausklick direkt in die jeweilige Debatte gelangen

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Ein zweites Lesebeispiel:

– die URL www.wahlbistro.ch aufrufen
– zuunterst auf der Seite unter „Alle Debatten“ das Thema „Schutz der Umwelt vs. Behinderung der Wirtschaft“ anklicken
– der zweite Kommentar zu diesem Thema ist von Jan Flückiger
> in Flückigers Kurzprofil ist ein Link mit dem Namen “Smartspider” platziert (siehe Screenshot unten links). Mit einem Mausklick gelangt der Surfer direkt auf Flückigers Profil bei Smartvote.

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Fazit: Mit geringem Aufwand erhalten politisch Interessierte so wichtige Informationen über den Kandidaten Jan Flückiger. Zudem können sie seine Kommentare, die er zu verschiedenen Themen im Wahlbistro abgegeben hat, nachlesen. Das ergibt ein abgerundetes Bild und erleichtert die Wahl – oder hält davon ab.

Die beiden Walliser von gestern wissen um diese Innovation. Selbstverständlich habe ich Ihnen einen Flyer in die Hand gedrückt. Die allermeisten Menschen in Stadt und Kanton Bern hingegen wissen nichts über diesen kombinierten Auftritt von smartvote und Wahlbistro. Wir erreichen sie nicht.

Diese Aufgabe könnten die etablierten Medien wahrnehmen.

Parteien setzen vermehrt auf Facebook – und platzierten dort eben ein “Primeurchen”

Die Parteisekretariate rüsten sich für die eidgenössischen Abstimmungen vom 30. November – unter anderem zum Rentenalter 62. Das überparteiliche Co-Präsidium der Gegnerschaft hat sich längst formiert. Allein: wer dazu gehört, wurde von den Kommunikationsstellen bislang noch nicht vermeldet. Lüften wir also den Schleier:

– CVP: Nationalrat (NR) Thérèse Meyer (FR), Ständerat (SR) Urs Schwaller (FR), NR Ida Glanzmann (LU)
– FDP: NR Ignazio Cassis (TI), SR Christine Egerszegi (AG), Regierungsrätin Ursula Gut (ZH)
– SVP: NR Guy Parmelin (VD), NR Ueli Maurer (ZH)
– GLP: NR Thomas Weibel (ZH)
– Liberale Partei: NR Martine Brunschwig-Graf (GE)

Und wo habe ich diese Information gefunden? Auf Facebook. Das ist ein kleiner Primeur, mit Sicherheit aber kein geplanter. Es hat sich so ergeben, weil die fixen Jung-Campaigner schnell sind.

Facebook hat weltweit einen veritablen Siegeszug hinter sich und bereits mehr als 100 Millionen Mitglieder. Seit dem Medienhype um die Botellones ist diese Onlineplattform auch in der Schweiz allen bekannt – vom Altersheim Andelfingen bis zur Seniorenresidenz Herbstgold in Leukerbad.

Verständlich, dass Parteien und Politisierende hellhörig wurden und dieses Medium für ihre Zwecke einsetzen. Bereits im eidgenössischen Wahljahr konnte man ein paar Unterstützungsgruppen ausfindig machen. Jetzt folgt Stufe zwei. Die Zeitung “Sonntag” brachte vor zwei Monaten schon einmal eine grössere Geschichte darüber, bei der ich etwas Hintergrund beisteuern durfte.

Sonntag: Schweizer Politiker auf Facebook (PDF)

Viele Schweizer Politisierende haben inzwischen ein Profil auf Facebook und anderen Social Networks aufgeschaltet. Darunter sind auch einige eidgenössische Parlamentarier, von Bastien Girod (grüne, ZH) bis Christian Wasserfallen (fdp, BE). Ihre Profile sind echt, im Gegensatz zu einigen von anderen Prominenten.

Der Aargauer Nationalrat Urs Hofmann (sp) nutzt Facebook derzeit, um so die Werbetrommel für seine Regierungsratskandidatur zu rühren.

Im Falle der Gegner des Rentenalters 62 ist der Support im Moment noch gering: 27 Mitglieder haben sich bis heute eingetragen. Die Befürworter bringen es auf eine viermal grössere Gruppe. Und sie haben bereits eine funktionierende Website im Netz – und so auch erste Sujets wie dieses:

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Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Schweizer Parteien und Politisierende auf Facebook auch Werbung schalten werden. In anderen Ländern geschieht das bereits. Das kann direkt geschehen, d.h. die Werbung wird vom Kunden direkt auf die Online-Plattform hochgeladen. Das das zu Missbräuchen führen kann, liegt auf der Hand. Die entsprechende Beachtung der etablierten Medien wäre garantiert.

Zurück zur Abstimmung Rentenalter 62 – die beiden offiziellen Websites von Gegnern und Befürwortern:

gesunde-ahv.ch (zur Stunde ist erst eine Einstiegsseite online)
ahv-online.ch

Sujet: www.ahv-online.ch

Wahlbistro ist eröffnet – unser erster Gast: Stadtpräsident Alexander Tschäppät

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Es ist soweit: Das Wahlbistro ist eröffnet. Eben durch die Türe kam Alexander Tschäppät, der Berner Stadtpräsident. Er äussert sich im Interview zum Botellón, das diesen Samstag erstmals in Bern stattfinden soll.

Wer mit Tschäppät diskutieren möchte oder die Debatten einfach interessiert mitverfolgen will: Mit einem einzigen Klick sind auch Sie im Wahlbistro. Die erste Runde ist spendiert!

Vergessen Sie nicht, sich zu registrieren – erst danach können Sie auch mitreden im neuen Diskussionsforum.