In der Affäre Markwalder geht es um Wahlkampf und Neid

christa_markwalder_580_jungfrauzeitungHeute vor zwei Wochen machte die NZZ eine Geschichte publik, die subito zur “Affäre Markwalder” hochgejazzt wurde. In den letzten 14 Tagen referenziert die Schweizer Mediendatenbank nicht weniger als 488 Beiträge zu diesem Thema. Das ergibt einen Durchschnitt von 35 Beiträgen pro Tag, die Story ist ein Medienhype par excellence.

Ich habe dieser Tage einige Medienanfragen erhalten, um diesen Fall einzuordnen. Die meisten musste ich aus zeitlichen Gründen ablehnen. Ein paar Mal nahm ich mir aber die Freiheit, die Journalistinnen und Journalisten zu Beginn in einen von mir gesteuerten Dialog zu verwickeln. Er verlief jeweils etwa so:

„Ja, ich gebe Ihnen Auskunft. Aber können Sie mir zuerst erklären: What’s the story?“

– „Ähh, (Pause), ja…. Nationalrat Christoph Mörgeli hat doch eine Strafanzeige angekündigt.”

“Genau – angekündigt. In der Politik wird unendlich Vieles angekündigt.”

– “Wissen Sie… Alle anderen Medien berichten auch über diesen Fall.“

Voilà, es werden Beiträge fabriziert, weil das die anderen Medien auch tun, nicht weil die Geschichte viel Fleisch am Knochen hat. Es geht um Klicks und Reichweite.

Doch zurück zur Frage: „What’s the story?“ Nationalrätin Christa Markwalder hatte vor zwei Jahren eine Interpellation zum Verhältnis Schweiz – Kasachstan eingereicht. Der Name Interpellation stammt vom lateinischen Wort interpellare – zu übersetzen mit: dazwischenfragen. Markwalder stellte ein paar harmlose Fragen und erhielt vom Bundesrat ein paar harmlose Antworten.

Der Text dieser Interpellation floss aus der Feder der Lobbyistin Marie-Louise Baumann, die damals noch mit Markwalder befreundet war. Beim Schreiben wirkte der kasachische Auftraggeber Baumanns (über ihre PR-Agentur Burson Marsteller) mit, was gegenüber Markwalder verschwiegen wurde. Das ist unlauter, Baumann wurde zur Persona non grata, professionelles Lobbying basiert auf Glaubwürdigkeit und Transparenz. Markwalder selber war naiv und vertrauensselig, keine Frage, sie hätte klären müssen, in wessen Auftrag Baumann wirkt. Ob die Nationalrätin das Kommissionsgeheimnis verletzt hat, wird das Büro des Nationalrats untersuchen. Sie liess ihren Fall gleich selber traktandieren.

Ein anderer Aspekt: Alle National- und Ständeräte sitzen in Kommissionen. Was sie dort beraten, ist gemäss Artikel 47 des Parlamentsgesetzes vertraulich. Die Realität ist seit jeher eine andere: Kommissionsmitglieder sind keine autarken Wesen. Sie tauschen sich aus, holen von Dritten Meinungen ein und dealen mit Informationen. Natürlich existiert das Kommissionsgeheimnis, aber was in den Sitzungen gesagt und entschieden wird, zieht seine Kreise. Die Informationen wandern weiter – zu Fraktionskollegen, Journalistinnen und – horribile dictu! – zu Lobbyisten, die die Interessen von Umweltverbänden, Krankenversicherungen, Hilfswerken oder der Rüstungsindustrie vertreten.

Manchmal werden Dokumente weitergereicht, manchmal eigene Zusammenfassungen, oft wird das Relevanteste mündlich rapportiert, manchmal auch per SMS oder mit knappen E-Mails. Was Markwalder tat, haben die anderen 245 Parlamentarier auch schon getan, bloss ist ihr Fall gut dokumentiert und aufgeflogen. («Das hätte jedem von uns passieren können», sagte CVP-Präsident Christophe Darbellay kurz nachdem der Fall ins Rollen geraten war.) Merkwürdig mutet an, dass die beiden Nationalräte Christian Miesch (svp, BL) und Walter Müller (fdp, SG), die Kasachstan auf Kosten des dortigen Regimes bereisten (Kostenpunkt: 60’240 Franken), kaum kritisiert werden.

In der Politik ist Neid so weit verbreitet wie Eitelkeit

Dass Markwalders Fall so hoch gehängt wird, hat mit ihrer Flughöhe zu tun: Sie gilt als profilierte Politikerin, ist designierte Nationalratspräsidentin und damit ein ideales Opfer für eine Kampagne. Innenpolitisch herrscht seit Wochen Themenflaute, da kam diese Story mitten im Wahljahr gerade recht. Genüsslich können die Strategen der anderen Parteien beobachten, wie sich die FDP windet, just diese FDP, die mit soliden Gewinnen aus den kantonalen Wahlen dieses Jahres hervorging. Sie haben ein Interesse daran, dass die Suppe mit dieser dünnen Geschichte noch lange köchelt.

Ein weiterer Aspekt, der eine grosse Rolle spielt: Markwalder war gerade einmal 28 Jahre alt, als sie in den Nationalrat gewählt wurde. Sie schaffte den Sprung ins Bundesparlament auf Anhieb. Andere brauchen dafür drei oder vier Anläufe – oder sie bleiben auf der Strecke. In der Politik ist Neid so weit verbreitet wie Eitelkeit. Markwalders schneller Erfolg, ihr solides Standing, die grosse Medienpräsenz und das Nationalratspräsidium, das sie im Dezember antreten soll, wecken Neid, viel Neid. Auch in der eigenen Partei.

Die FDP tut gut daran, jetzt standhaft zu bleiben. Es wäre billig, wenn sie Markwalder fallen liesse. Entscheiden sollen am 18. Oktober vielmehr die Wählerinnen und Wähler des Kantons Bern. Sie haben ein feines Sensorium. Wählen sie Markwalder wieder in den Nationalrat, ist deren Kandidatur für das Präsidium der Grossen Kammer legitimiert.

Die Scheinheiligen sollen in sich gehen, die Verlogenen und Rufmörder gehören ins Pfefferland.

 

Mark Balsiger

Transparenz: Die Agentur des Autors ist seit ihrer Gründung im Jahr 2002 nie in einem Mandatsverhältnis mit Christa Markwalder gestanden. Es gibt derzeit auch keine Mandate von der FDP Bern, der FDP Schweiz oder solche aus den weiten Steppen Kasachstans.

 

Andere Texte zum Thema:

Wer steckt dahinter? (Die Zeit, Matthias Daum, 13. Mai)
Die Rufmord-Kampagne gegen Christa Markwalder (Watson, Maurice Thiriet, 19. Mai)
Um was es wirklich geht (NZZ, René Zeller, 20. Mai)
Füürio auf der Spitze des Eisberges (Krisenblog, Roland Binz, 21. Mai)

 

Foto Christa Markwalder: jungfrauzeitung

Ob Perrenoud oder Bühler ist gehupft wie gesprungen, das Hauptproblem bleibt

Seit nunmehr acht Jahren wird Berns Gesundheits- und Fürsorgedirektor Philippe Perrenoud (sp) von seinen politischen Gegnern attackiert. Dabei steckte er die Schläge wie ein Boxer ein, kam mehrfach ins Taumeln, zu Boden ging er aber bislang noch nie. Keine Zweifel: Dieser Mann hat Nehmerqualitäten. Die Kritik an seiner Amtsführung ist oft berechtigt, meistens parteipolitisch motiviert und zuweilen bloss dumpfbackig.

manfred_bühler_250_derbundDer Versuch, die rot-grüne Mehrheit in der Berner Regierung zu stürzen, scheiterte heute zum zweiten Mal. Perrenoud wurde trotz aller Kritik und einer schwachen Performance ganz knapp wiedergewählt, das geometrische Mittel machte schliesslich mit 954 Stimmen den Unterschied aus. Manfred Bühler (svp,  Foto links), der für den „Umschwung“ der Bürgerlichen verantwortlich gewesen wäre, schnitt trotz einem defensiven Wahlkampf im gesamten Kanton überraschend gut ab. Die Bernjurassier gaben allerdings Perrenoud den Vorzug, und genau dieser Berner Jura war ja der “Battleground”.

Perrenoud wird sein Ergebnis mit stiller Genugtuung zur Kenntnis nehmen. Gratulieren darf man aber Bühler: Er hätte als neuer Gesundheitsdirektor an den riesigen Erwartungen nur scheitern können. Die Lebensqualität als Fürsprecher, Grossrat und Motocrossfahrer ist deutlich höher.

In einem durch und durch bürgerlichen Kanton setzt sich die rot-grüne Regierungsmehrheit durch, wenn auch nur mit Hilfe des höchsten geometrischen Mittels. Was sagt uns dieses Wahlresultat?

BDP, FDP und SVP haben es nicht geschafft, zwei der drei grossen „P“ zu erarbeiten und dem Volk schmackhaft zu machen: Programm und Personal. Diese Faktoren hätten die bürgerliche Wende ermöglicht. Der Wille, diese Wende herbeizuführen, war in den letzten Monaten zu wenig spürbar. Würden die Young Boys so spielen, wären sie längst in die Amateurliga abgestiegen.

philippe_perrenoud_250_rtsDie Fortführung der „Cohabitation“ – linke Regierungsmehrheit, bürgerlich dominierter Grosser Rat – hat eine bequeme Komponente. Die Kritiker im Parlament können so weitermachen wie in den letzten acht Jahren, „gäng wie gäng“, Perrenoud (Foto rechts) bleibt eine dankbare Zielscheibe und auch sonst kann man bei Bedarf die linke Regierung brandmarken.

Auch in der nächsten Jahren stehen opfersymmetrisch geschnürte Sparpakete im Zentrum. Die tiefgreifenden strukturellen Probleme des Kantons schiebt man hingegen weiter vor sich her. Die Regierungsrätinnen und Regierungsräte sind zu stark vom Alltagsgeschäft absorbiert, die meisten Grossräte agieren vor allem als Interessenvertreter ihrer Region. Politik, die gestaltet und das „Big Picture“ im Fokus hat, sieht anders aus.

Offensichtlich kann der Kanton Bern seine Vergangenheit nicht abschütteln: Schon in den 1920er-Jahren begann sich die Unsitte der Subventionsjägerei durchzusetzen. Von 1929 bis 1979 stellte die SVP und ihre Vorläuferpartei, die BGB, immer einen Bundesrat – von Rudolf Minger bis Rudolf Gnägi. Das erleichterte den Zugang zur Bundesverwaltung und den Honigtöpfen. Wer wollte schon gegen den Bauernstand sein, als ringsum Krisen und Kriege ausbrachen? Dieses Handeln wurde quasi zur DNA des Kantons, er verschlief die weiteren Wellen der Industrialisierung, für den nationalen Flughafen in Utzenstorf (anstelle von Zürich-Kloten) mochte die allmächtige Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB) nicht kämpfen, Bern blieb ein Agrarkanton. Selbstgerechtigkeit und das Verwalten von Pfründen haben ihn träge gemacht.

Fazit: Es ist gehupft wie gesprungen, ob Perrenoud oder Bühler in der Kantonsregierung sitzt. Viel wichtiger wäre es, dass sich ein paar starke Figuren aus Politik und Verwaltung auf einen Weg mit Zukunft einschwören könnten. Bis der Aufbruch im Kanton Bern beginnt, kann es dauern, noch haben viele Akteure den Ernst der Lage nicht erkannt. Womöglich wird sogar YB vorher noch Schweizer Meister.

Mark Balsiger

Ein ausgezeichneter Text zum selben Thema publizierten die beiden BZ-“Zeitpunkt”-Autoren Jürg Steiner und Stefan von Bergen am letzten Freitag, ausnahmsweise im “Tages-Anzeiger”.


Weitere Abstimmungskommentare:

– NZZ: Bern ohne neuen Impuls (Daniel Gerny)
– Berner Zeitung: Bern wählt den Stillstand (Peter Jost)

Fotos:
– Philippe Perrenoud: derbund
– Manfred Bühler: rts

 

 

Berns bürgerliche Wende – vertagt

umschwung_600_plakat_be_buergerliche_0311918001383648797_22Der Wahlkampf sollte sich nicht beim Schalten von Inseraten, Verteilen von Flugblättern und Braten von Würsten erschöpfen.

Sollte?

Müsste!

Natürlich tun die zwölf Kandidatinnen und Kandidaten, die am 30. März in die Berner Kantonsregierung gewählt werden möchten, noch vieles mehr. Sie sind auf Achse, bemühen sich um Publikumskontakte und reden in jedes Mikrofon. Das sind die sogenannten Verpackungsfaktoren, die bei weitem nicht genügen, um einen Wechsel herbeizuführen. Das Ziel von BDP, FDP und SVP ist es ja, wieder die Regierungsmehrheit, die der Bürgerblock 2006 verloren hatte, zurückzuerobern.

Für einen Regierungswechsel, egal in welche Richtung, braucht es die drei grossen “P”: Programm, Personal, Plan. Ich skizziere sie kurz:

Programm:
Die Herausforderer müssen frühzeitig definieren, mit welchen Themen und Schwerpunkten sie die Wende erreichen wollen. Am Anfang der Analyse könnte eine Befragung der Bürgerinnen und Bürger stehen. Ist das Programm einmal erarbeitet, beginnt die Überzeugungsarbeit, zuerst in der eigenen Basis, dann beim breiten Publikum.

Personal:
Majorzwahlen sind Persönlichkeitswahlen, es geht um Köpfe. Frühzeitig die bekanntesten, profiliertesten oder glaubwürdigsten Mitglieder aufs Schild zu hieven, ist zentral. Die Auserkorenen müssen hungrig auf den Erfolg sein, alles in seinen Dienst stellen und angreifen. Ihre Positionsbezüge sind klar und verständlich, Provokationen gehören dazu, plumpe Angriffe hingegen nicht.

Plan:
Das kopflose Anrennen bringt nichts. Wichtig ist eine kohärente Strategie, die frühzeitig entwickelt wurde. Die Schwachpunkte des Gegners – programmatisch und personell – hat man evaluiert und getestet. Mit diesem Fundament lässt sich hernach ein Wahlkampf der ruhigen Hand führen, das Programm der Herausforderer – das bessere! – muss die Masse erreichen und überzeugen.

Betrachten wir nun die drei grossen “P” im Kontext des Berner Wahlkampfs, die Reihenfolge kehren wir um:

Plan:
Die bürgerlichen Parteien haben sich frühzeitig zusammengerauft, der Schwesterkrieg zwischen SVP und BDP konnte begraben werden. Die Wiederwahl der drei Bisherigen, Hans-Jürg Käser (fdp), Christoph Neuhaus (svp) und Beatrice Simon (bdp), ist ungefährdet, wenn auch nicht alle ohne Blessuren ins Ziel kommen werden.

Das schwächste Glied in der rot-grünen Viererkette wurde mit Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud schon vor langer Zeit definiert. Er machte es seinen Gegner auch einfach, erlitt er doch in den letzten Jahren mehrere Bruchlandungen, zum Beispiel mit dem Spitalversorgungsgesetz und der ersten Spitalliste. Zudem machte er bei der “Waldau”-Affäre um Werner Strik und Regula Mader keine gute Figur.

Wenn die Wende gelingen sollte, dann muss sein Sitz mit einem Kampfkandidaten aus dem Berner Jura angegriffen werden. Vor vier Jahren scheiterte dieser Angriff – mit Sylvain Astier (fdp) aus Moutier – noch kläglich. Die anderen drei Rot-Grünen, Barbara Egger (sp), Andreas Rickenbacher (sp) und Bernhard Pulver (grüne), sitzen sicher im Sattel.

Der Wahlkampf erschöpft sich also faktisch im Duell Perrenoud vs. Bühler, wie ich hier schon im letzten Sommer ausgeführt hatte. Barbara Mühlheim (glp, Bern) und Marc Jost (evp, Thun) wäre ein Regierungsamt zwar zuzutrauen. Ihre Basis ist allerdings zu schmal und das Blockwählen im Kanton Bern zu dominant als dass sie eine realistische Chance hätten.

Dieses Mal planten und agierten die Bürgerlichen deutlich besser als 2010. Ungeschickt war das Engagement des Kampfkandidaten Manfred Bühler vor der Jura-Abstimmung im November 2013. Er schaffte es nicht, sich vom niveaulosen Plakat “Nein zur Mafia, Nein zum Jura” zu distanzieren. Staatsmännisch war das nicht, und die Freisinnigen im Berner Jura reagierten verärgert. Diese Stimmen könnten Bühler am 30. März fehlen.

Personal:
Manfred Bühler ist intelligent, sympathisch und perfekt zweisprachig. Allerdings blieb er im deutschsprachigen Kantonsteil bis heute weitgehend unbekannt. Das hat mit seinem Naturell zu tun: Er ist zurückhaltend, fast scheu. Seine Äusserungen bleiben oft vage. Ein Beispiel: Als der “Bund” Bühler fragte, wo er denn sparen wolle, antwortete dieser: “Es ist schwierig. konkrete Vorschläge zu bringen.” Ein Kandidat im Angriffsmodus tönt anders und packt seine Chance. Bühlers Kritiker vermuten, dass er schon frühmorgens beim Kaffee das erste Mal zweifelt, ob er als Regierungsrat bestehen könnte.

Programm:
Auf der Website des bürgerlichen “Umschwungs” werden zwar vier Themen in den Vordergrund gestellt, allerdings fehlt der Tiefgang. Es sind nicht viel mehr als Worthülsen, wie sie von allen Blöcken und Kandidaten abgesondert werden. Mit den ewiggleichen Schlagworten wie “Eigenverantwortung”, “Steuern runter” und “Leistung muss sich wieder lohnen”, gewinnt man womöglich zwei Blumentöpfe, mehr allerdings nicht.

Der Kanton Bern steckt strukturell in einer ausgesprochen schwierigen Situation. Neue Ansätze, die weit über Pflästerlipolitik, Ankündigungen und Perrenoud-Kritik hinausgehen, hätte man erwarten dürfen. Noch besser wäre das Aufzeigen eines Auswegs gewesen.

Fazit: Zwei der drei grossen “P” können die Bürgerlichen und ihr Kampfkandidat nicht einlösen. Der “Wind of Change” hat nicht eingesetzt, er säuselt nicht einmal. Die Wahlberechtigten stehen vor der Frage, ob sie einem permanent herausgeforderten Zauderer oder einem zaudernden Unbekannten die Stimme schenken wollen. Im Zweifelsfall dürfte sich die Waagschale zugunsten von Perrenoud neigen. Entsprechend wird Berns bürgerliche Wende wieder vertagt.

Mark Balsiger

P.S.  Hochspannend ist der Zieleinlauf. Dazu hat meine Agentur ein Wahl-Toto lanciert – fast schon eine kleine Tradition.

 

Die Websites der Kandidierenden bzw. Blöcke:

BDP, FDP & SVP: Umschwung Kanton Bern
Rot-Grün: 4 gewinnt
Barbara Mühlheim (glp)
Marc Jost (evp)
Josef Rothenfluh (parteilos)
Bruno Moser (parteilos) – Bern kostenfrei

Sujets: zvg, Foto Mühlheim & Jost: Mark Balsiger 

Die Kandidatenschwemme verwässert das Profil der Parteien

Die meisten Parteien setzen bei Parlamentswahlen auf eine grosse Anzahl Kandidatinnen und Kandidaten. Die Grossratswahlen im Kanton Bern von Ende März sind ein exemplarisches Beispiel dafür. Rund 1900 Personen stellen sich zur Verfügung. Auf dem Papier. Im Wahlkampf sieht und spürt man allerdings viele von ihnen nicht. Die Kandidatenschwemme ist ein Unding.

schwemme_enten_mallorca_services_es_600_10296

Ich staunte nicht schlecht: Kurz nach sechs Uhr fingen mich letzte Woche beim Eingang des Berner Hallenbads “Wyler”, wo ich jeden Morgen trainiere, zwei Personen ab. Eingepackt in dicke Jacken, Halstücher und Kappen, trotzten sie dem garstigen Wetter und sprachen mich an. Sie sammelten Unterschriften für eine Volksinitiative, die ein zusätzliches Hallenbad fordere, beschieden mir die junge Frau und der Mann im mittleren Alter. Beide kandidieren für den Grossen Rat. „Potzblitz, das ist Einsatz!“, dachte ich und unterschrieb. Eine Anekdote aus dem Berner Wahlkampf 2014.

Es gibt sie, die Kandidatinnen und Kandidaten, die unentwegt für ihre Partei werben, in Fronarbeit und mit viel Aufwand Wahlkampfkonzepte entwickeln, Leserbriefe schreiben, Podien organisieren, auf Social-Media-Kanälen Diskussionen anzetteln oder stundenlang in den Quartieren unterwegs sind, um Flugblätter in alle Briefkastenschlitze zu stecken. Sie tun dies bei Wind und Wetter, und oftmals auch, obwohl sie selber keine Wahlchancen haben. Vor diesen Leuten ziehe ich meinen Hut, sie sind die wahren Heldinnen und Helden. Allerdings gehören sie zu einer Minorität.

Rund 1900 Personen kandidieren am 30. März auf nicht weniger als 127 verschiedenen Listen für den Grossen Rat. Für jeden der 160 Sitze gibt es also mehr als zehn Bewerberinnen und Bewerber. In den grössten Wahlkreisen treten zwischen 220 und 350 Kandierende an. Aufgrund solcher Zahlen könnte man den Eindruck gewinnen, dass es einen wahren Sturm auf das Berner Rathaus gibt. Weit gefehlt: Bei vielen erschöpft sich der „Wahlkampf“ mit der Bereitschaft, den eigenen Namen zur Verfügung zu stellen. Ansonsten machen diese Leute nicht mit, wie mir Funktionäre verschiedener Parteien zugetragen haben: Weder an internen Veranstaltungen, noch auf Social Media, geschweige denn bei Standaktionen auf der Strasse. Zudem sind diesen Kandidaten die Positionen der eigenen Partei zu wenig bekannt. Für die engagierten Wahlkampfleiter in den Regionen ist all das demotivierend.

Grossratswahlen sind in erster Linie Parteiwahlen. Für eine Partei ist es evident, dass möglichst viele Kandidierende aktiv mitwirken und so die Chancen auf ein gutes Abschneiden der eigenen Liste erhöhen.

Die Parteien setzen auf viele Köder, um mehr Stimmen an Land zu bringen. Entsprechend sind Unterstützerlisten en vogue. Sie bestehen beispielsweise aus Senioren, KMU-Vertretern oder jungen Parteimitgliedern. Bei Lichte betrachtet haben die Unterstützerlisten nur einen Zweck: Sie sollen zusätzliche Stimmen an die mit ihnen verbundenen Hauptlisten abliefern. Ein Beispiel: Vor vier Jahren holte im Seeland eine solche Unterstützerliste einen Wähleranteil von 0,1 Prozent bzw. 722 Stimmen. Nicht zu vergessen: Die Kandidatenschwemme fordert auch die Wählerinnen, die nächste Woche mit einem dicken Couvert mit Werbematerial eingedeckt werden. So stehen in der Stadt Bern 356 Kandidierende zur Verfügung – bei 20 Sitzen. Die Wahl wird zur Qual.

Natürlich können genau solche „Nullkommaöppisprozäntli“ den Ausschlag für ein Restmandat geben, das der Hauptliste zufällt. Dass der Wahlkampf aber mit unmotivierten Kandidierenden und vielen Unterstützerlisten verwässert wird, schleckt keine Geiss weg. Ein solches Je-mu-ka (Jeder muss kandidieren) schwächt das Profil der Parteien.


Mark Balsiger

Foto: mallorca_services_es

Gratis-Toto zu den Berner Wahlen 2014

wahltoto

Der Kampf um die sieben Regierungsratssitze im Kanton Bern kommt in die Schlussphase. Am Abend des 30. März wissen wir, wer es geschafft hat. Unsere Kommunikationsagentur ist in diese Wahlen nicht involviert. Dafür lancieren wir erneut das beliebte Gratis-Toto. Welche der zwölf Kandidierenden macht das Rennen? Raten Sie mit.

Wir finanzieren den Wetteinsatz von 10 Franken pro Totozettel. Die Gesamtsumme geht zur Hälfte an den Sieger bzw. die Siegerin und an den Verein Buskers Bern, der jeweils im August ein dreitägiges Strassenmusik-Festival organisiert. Heuer kommen wir bereits zum elften Mal in den Genuss dieses grossartigen Events. Beim Bundesrats-Toto vor zwei Jahren unterstützten wir Médecins sans Frontières.

Der Totozettel zum Herunterladen:

Toto: Berner Wahlen 2014 (Word-Dokument)
Toto: Berner Wahlen 2014 (PDF)

Eingabeschluss ist am Sonntag, 30. März um 11 Uhr.

Ehrlichkeit zahlt sich aus

beatrice_simon_600_bernerzeitung_ch_topelementVor Wochenfrist hatte der Basler Carlo Conti (cvp) die Debatte über Nebeneinkünfte von Regierungsräten richtig losgetreten; ein Ende ist noch nicht abzusehen. Die Berner Regierungsrätin Beatrice Simon (bdp), die wie ihre Kollegin Barbara Egger (sp) unter Druck geraten war, trat gestern die Flucht nach vorne an. Kurz nach Mittag teilte sie in einem Mediencommuniqué mit, dass sie bis auf Weiteres auf ihre Nebeneinkünfte verzichten würde. (Dieses Communiqué sucht macht auch jetzt noch, am Montagabend, vergeblich auf ihrer Website.) Zwei Stunden später zog Egger nach, was zusätzlich Zunder lieferte.

Die Einsicht kommt zu spät; in solchen Fällen müsste die Intuition einen sofort zum Handeln bringen. Als am letzten Donnerstag die ersten kritischen Medienberichte erschienen, hätten sich Simon und Egger gemeinsam und pro-aktiv an die Öffentlichkeit wenden sollen; auf diese Weise wäre die erste Welle gebrochen worden.

Patrick Feuz, der Bundeshauschef von “Bund” und “Tages-Anzeiger”, kritisiert in seinem Leitartikel das “schockierende Selbstverständnis”, welches Exekutivpolitiker beim heiklen Thema Nebeneinkünfte an den Tag legen würden.

Die Nebeneinkünfte von Regierungsräten und Kaderleuten in der Verwaltung sind auch im Kanton Bern präzis geregelt, erst vor wenigen Jahren wurden sie vom Grossen Rat neu durchgeackert und verankert. Simon und Egger haben sich nichts zu Schulden kommen lassen, ein Vergleich mit der Berner Finanzaffäre anno 1985 ist komplett überzeichnet. Aber sie patzerten in der Kommunikation. Dabei möchten sie Ende März wiedergewählt werden. Die Spesendebatte kommt für sie zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, der Imageschaden ist schon angerichtet.

Den Vorwurf, sie betreibe mit ihrem Vorpreschen Wahlkampf, weist Simon zurück. Gegenüber dem “Bund” sagte sie:

“Ob mein Vorgehen für den Wahlkampf gut oder schlecht ist, habe ich mir nicht überlegt.”

Diese Aussage nehme ich ihr nicht ab.

Natürlich hat Simon sich dabei etwas überlegt, natürlich tauschte sie sich mit ihrem Mann, engen Vertrauten in der Direktion und ihrer Partei aus. Und natürlich ist ihr Vorgehen besser für den Wahlkampf. Damit betreibt sie Schadensbegrenzung. Ein weiteres Zuwarten hätte den Druck nur noch weiter erhöht, und das kann sich eine Regierungsrätin im Wahlkampf nicht erlauben. Gerade relativ simple Fälle bleiben der Wählerschaft eher in Erinnerung und sie gewichten diese am Wahltag entsprechend.

Den Schaden zu limitieren ist absolut legitim; ich hätte Simon auch zu diesem Schritt geraten. Allerdings hätte er schon früher erfolgen müssen. Und absolute Ehrlichkeit hätte sich gut gemacht.

“Ja, ich erkenne die Brisanz dieses Falles.
Ja, ich verstehe, wenn die Bevölkerung irritiert und verärgert ist.
Ja, ich stehe im Wahlkampf.
Ja, ich will aus der Schusslinie.
Ja, ich werde mich am Mittwoch bei der nächsten Sitzung des Gesamtregierungsrats für einen transparenten Lösungsansatz einsetzen.”

Bürgerinnen und Bürger sind sehr kulant, wenn sie feststellen, dass ein Spitzenpolitiker frühzeitig und glaubwürdig Fehler eingesteht. Bleibt der Gang nach Canossa aus, kriegt die Causa einen schalen Geschmack. Im Fall von Simon und Egger wird es am 30. März einen Nasenstüber, womöglich sogar einen Streifschuss geben. Er wäre selbst verschuldet, pro-aktive Information hätte sich ausbezahlt.

Spitzenpolitiker lieben die Macht und sie möchten für ihre immense Arbeit, die sie leisten, Wertschätzung erhalten. Die Aufmerksamkeit der Medien ist so wichtig wie für It-Girls und Profi-Tschütteler mit kustvollen Gelfrisuren. Sie müssten allerdings auch erkennen, dass Journalisten und die breite Öffentlichkeit sich um gesetzliche Regelungen und Details foutieren.

Mark Balsiger


Foto Beatrice Simon: bernerzeitung.ch

Wir “backen” uns einen Kandidaten

In meinem privaten Umfeld diskutieren Kolleginnen zuweilen über den 100-Punkte-Mann, mal schwärmerisch, mal ironisch. Es gibt ihn selbstverständlich nicht, den perfekten Mann mit dem Punktemaximum. Genauso wenig gibt es den perfekten Kandidaten in der Politik. Es gibt aber Politikerinnen und Quereinsteiger, die viele Fähigkeiten und Assets für einen guten Wahlkampf mitbringen.

Genau darum geht es bei Beat Zoss. Vorhang auf für ihn:

beat_zoss_arme_weit_600_by_beat_mathysBeat Zoss ist ein fiktiver Regierungsratskandidat, gespielt wird er von einem bekannten und vielseitigen Berner Künstler. Die Figur entwickelten zwei Redaktoren der “Berner Zeitung”, Stefan von Bergen und Christoph Aebischer. Mit Beat Zoss wollen sie die Mechanik des Wahlkampfs auf eine weitgehend unbekannte Art darstellen.

Vor etwa zwei Monaten weihten mich die beiden Journalisten in ihren Plan ein, und wir streckten die Köpfe für einen langen Austausch zusammen. Gestern schliesslich lancierte Beat Zoss seine Kampagne via Twitter (“Der Kanton Bern braucht eine unverbrauchte Kraft. Deshalb kandidiere ich für den Regierungsrat.”), heute legte die BZ mit einem grossen Artikel nach. Wer ihn nicht sorgfältig las, glaubt nun, dass dieser Münsiger KMU-Mann tatsächlich den Berner Regierungsratswahlkampf aufmischen will.

Ich mache bei diesem Projekt mit – als Stichwortgeber und ohne Honorar -, weil ich zurzeit an einem neuen Wahlkampfbuch arbeite und mir auf diese Weise neue Inputs erhoffe. Zugleich gefällt mir der journalistische Ansatz; er ist frech. Widerstand und Kritik sind vorprogrammiert. Ich höre die Stimmen der Defätisten und Nörgerlinnen bereits: Das sei eine Entwürdigung der Politik und trivial, die Medien würden sich besser den echten Kandidierenden zuwenden, kritisieren sie. Gut so. Die beiden Väter der Figur wird das antreiben, ihre Serie über Beat Zoss umso überzeugender umzusetzen.

An den Wochenenden backe ich oft einen Zopf. Er wird jedesmal ein wenig anders, weil ich mit den Zutaten immer variere. Genauso ist es bei den Politikerinnen und Politikern, die ich als Berufsmann teilweise über Jahre hinweg begleite und berate, damit sie ihre Chancen für einen Karriereschritt optimieren können. Salopp gesagt: Ich backe Kandidaten. Ob Beat Zoss aus dem richtigen Material ist, um ein guter Kandidat zu werden, weiss ich noch nicht. Auf seinem Weg bis zum 30. März nächsten Jahres kann er in jedem Fall viel lernen. Dasselbe gilt für alle Kandidatinnen und Kandidaten, die am selben Tag in den Grossen Rat gewählt werden möchten. Sie erhalten Gratistipps à gogo.

Mark Balsiger


Die Profile von Beat Zoss im Netz:

Website
Facebook-Page
Twitter

P.S.  Zur Klärung: Meine Agentur ist bei den Berner Regierungsratswahlen 2014 nicht beteiligt. Zum einen fehlt uns die Zeit dafür, zum anderen ist die Ausgangslage langweilig und deshalb keine Herausforderung. Details erläuterte ich vor geraumer Zeit hier.

 

Foto Beat Zoss: Beat Mathys

 

 

 

 

 

 

 

 

Wahlkampf erschöpft sich im Zweikampf Philippe Perrenoud vs. Manfred Bühler

Wahrlich keine Überraschung: Im Kanton Bern schickt Rot-Grün mit Barbara Egger (sp), Philippe Perrenoud (sp), Bernhard Pulver (grüne) und Andreas Rickenbacher (sp) die vier bisherigen Regierungsratsmitglieder ins Rennen. Sie sollen bei den Wahlen von Ende März 2014 die Mehrheit im siebenköpfigen Gremium verteidigen. Hätte auch nur ein Mitglied dieses Quartetts die Demission bekanntgegeben, wäre der Verlust ebendieser Mehrheit im klar bürgerlich dominierten Kanton die Folge gewesen.

Die Ausgangslage ist auch im bürgerlichen Lager klar: Hans-Jürg Käser (fdp), Christoph Neuhaus (svp) und Beatrice Simon (bdp) kandidieren erneut, ihre Nominationen sind reine Formsache. Das Trio wird ergänzt durch Manfred Bühler (svp), einen 34-jährigen Fürsprecher und Grossrat aus Cortébert. Er ist der Sprengkandidat aus dem Französisch sprechenden Teil des Kantons, der Perrenoud dort den Sitz abjagen soll.

Von den sieben Bisherigen sind sechs bereits heute so gut wie wiedergewählt. Offen ist einzig das Rennen um den garantierten Sitz des Berner Juras, den dieser mit einem Bevölkerungsanteil von knapp 6 Prozent für sich beanspruchen darf. Der Wahlkampf erschöpft sich also im Zweikampf der Bernjurassier Perrenoud und Bühler.

philippe_perrenoud_2_580_sftv_121110_perrenoud_key_k_mediaelementFür Perrenoud (Bild oben) spricht, dass er mit dem Bisherigenbonus antreten kann und nach siebeneinhalb Jahren im Amt bekannt ist. Bei diesem wichtigen Faktor hat er einen erheblichen Vorsprung auf seinen direkten Konkurrenten. Kandidaten aus dem Berner Jura müssen nicht nur in ihrer engeren Heimat reüssieren, sondern im ganzen Kanton Stimmen holen. (Ihre Stimmen im Berner Jura haben eine mehrfach höhere Kraft als im restlichen Kanton. Ein Unikum, das auf die komplexe Jura-Problematik zurückzuführen ist.)

Die Bilanz des Gesundheitsdirektors ist durchzogen: Mit der Spitalversorgung erlitt er Schiffbruch, die Affäre Strik und Mader bei den Universitären Psychiatrischen Diensten (UPD) lastet an ihm, kommunikativ wirkt er sauertöpfisch und überfordert. Gemeinhin wird Perrenoud als schwache Figur bezeichnet, ist in der Berner Regierung aber nicht die einzige.

manfred_bühler_3_580_aus_bund_topelementFür Bühler (Bild oben) spricht, dass er für die SVP und auf dem bürgerlichen Ticket kandidiert. Bis vor wenigen Jahren wären das die entscheidenden Kriterien für eine Wahl gewesen. Inzwischen ist die prädominante Stellung der SVP aber gebrochen und sie hat sich nach dem “Schwesterkrieg” mit der BDP wieder arrangiert. Bühlers Malus: Er ist weitgehend unbekannt. Seit Juni 2010 ist er Grossrat, seit Februar 2012 zudem Vizepräsident der SVP-Kantonalpartei, aber wahrgenommen hat man ihn bis dato nicht. Man erinnert sich an kein Geschäft, das er prägte, kein Votum, das von ihm hängenblieb, kein Referat, das aufhorchen liess. Bühler ist im deutschsprachigen Teil des Kantons ein unsichtbarer Politiker geblieben, obwohl er schon seit Langem gegen Perrenoud aufgebaut wird. Dass der SVP-Mann sieben Monate vor dem Wahltermin noch keinen Webauftritt hat, komplettiert das Bild eines Kandidaten, der auf der Bremse steht statt Gas zu geben.

Fazit: Bei den Regierungsratswahlen am 30. März nächsten Jahres geht es nur um den Bernjurassischen Sitz. Der Zweikampf Perrenoud vs. Bühler verspricht keine echte Auseinandersetzung, kein Widerstreit der guten Argumente und damit kein spannender Wahlkampf zu werden. Einem kommunikativ unbegabter Bisherigen steht ein unbekannter Herausforderer mit Jahrgang 1979, der nicht kämpfen will, gegenüber. Langweile kommt schon jetzt auf.

Mark Balsiger

 Fotos:

– Philippe Perrenoud: sf tv
– Manfred Bühler: zvg/Der Bund

Einsichten und Zitate, die nachhallen (25) – heute: Endo Anaconda, Berserker

Endo_Anaconda_510_zpk_com_content Kopie

“In diesem Land ist es einem nicht vergönnt, in Würde zu altern. Es wird verlangt, dass man bis siebzig voll leistungsfähig ist. Würdevoll altern würde heissen, dass die Vorzüge des Alters gefragt sind: Erfahrung, Abgeklärtheit, Altersmilde.”

Endo Anaconda, 57, Sänger und Texter von “Stiller Has”

Quelle: Das Magazin, 6. April 2013

Dieser Tage ist das neue Album von “Stiller Has” herausgekommen. Es heisst “Böses Alter.”

 

Foto Endo Anaconda: zpk_com

 

Die Anderen auf dem Bundesplatz

Berner Berufs- und Personalverbände hatten auf heute Nachmittag zur Demonstration aufgerufen. Und viele strömten herbei: Polizisten, Hebammen, Assistenzärzte, Lehrerinnen und Leute von anderen Berufsgattungen. Das Staatspersonal will mit dieser Manifestation ein Zeichen setzen – gegen den Abbau und für einen garantierten Lohnanstieg.

Die kritische Würdigung dieser Manifestation überlasse ich den Medienschaffenden. Ich beschränke mich hier auf ein paar Schnappschüsse von den Anderen auf dem Bundesplatz: Kinder und Touristen, Kummerbuben und Fotografen. Und symbolische Kompositionen.

bundesplatz_1_IMG_0649

bundesplatz_2_a

bundesplatz_2_IMG_0664

bundesplatz_3_

bundesplatz_4_

 

bundesplatz_5

bundesplatz_6

bundesplatz_7

bundesplatz_8

Fotos: Mark Balsiger