Die SP und das Thema Sicherheit

Es ging ein Raunen durchs Land, als die SP-Parteispitze unlängst ihr Positionspapier “Öffentliche Sicherheit für alle” präsentierte. Von einem Tabubruch ist seither die Rede. In der Tat wurde das Thema Sicherheit seit vielen Jahren als Domäne der SVP betrachtet.

Ein paar Kernforderungen des Positionspapiers:

– konsequente Ausschaffung von Kriminaltouristen
– Verbot der organisierten Bettelei
– 1500 zusätzliche Polizisten
– mehr Zugbegleiter

Das lamentable Abschneiden der SP bei den Nationalratswahlen 2007 und eine Befragung der SP-Basis haben die Geschäftsleitung der Partei offensichtlich dazu bewogen, sich beim Thema öffentliche Sicherheit neu zu positionieren. Ich halte die Debatte, die jetzt lanciert wurde, als ausgesprochen wichtig. Gerade auch parteiintern: Über das Positionspapier wird der Parteitag Ende Oktober abstimmen, seitens der Juso und einzelner Exponenten wurde bereits zum Teil heftige Kritik laut.

Wir bleiben dran und haben ein paar Exponenten gebeten, ihre Meinung im Stil von Gast-Beiträgen hier auf dem Wahlkampfblog kund zu tun. Bislang schriftlich angefragt wurden SP-Generalsekretär Thomas Christen, SP-Nationalrätin Evi Allemann und SVP-Nationalrat Caspar Baader.

“Die SP hat zu lange die Augen vor diesem Problem verschlossen”

GAST-BEITRAG

Von Thomas Christen*

christen_sicherheit_printversion.pdf

thomas_christen1.jpgDie interne Mitgliederumfrage der SP nach der Wahlniederlage war deutlich: 70 Prozent der knapp 4000 Teilnehmenden forderten die Parteileitung auf, das Thema öffentliche Sicherheit stärker als bisher zu betonen. Bei keinem anderen Thema wurde so häufig ein Nachholbedarf identifiziert. Die Umfrage bestätigte damit, was in Zuschriften, Kommentaren, Leserbriefen immer wieder zum Ausdruck kommt. Die SP hat zu lange die Augen vor einem Problem verschlossen, das die Leute beschäftigt. Und die SP hat mit dem Hinweis auf Kriminalitätsstatistiken die Bedeutung des subjektiven Sicherheitsgefühls vieler negiert.

Man kann jetzt einwenden, dass Mitgliederumfragen und Sorgenbarometer für eine Partei nicht die alleinige Grundlage für die Ausrichtung ihrer Politik sein dürfen. Damit mag man recht haben. Aber auch die Frage nach den Gründen für das subjektive Gefühl der Unsicherheit muss die Linke dazu führen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Es braucht einen starken Staat

Globalisierung, Sparpolitik und neoliberaler Abbau haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass sich die Menschen nicht mehr sicher fühlen. Und darum braucht es einen starken Staat. In der Sozialpolitik, um den Menschen Perspektiven zu schaffen, sie zu befähigen, sich den sich ändernden Herausforderungen zu stellen. Und um die grossen Lebensrisiken wie Alter, Krankheit und Arbeitslosigkeit abzusichern. Es braucht aber auch einen starken Staat, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Denn gerade in diesem Bereich zeitigt eine weitere Schwächung des Staates verheerende Folgen.

Nicht nur bei der Privatisierung des Gesundheitsbereichs bietet der Blick nach Amerika negativen Anschauungsunterricht. Was bedeutet es für einen Staat, dass es in den USA schon heute dreimal mehr Angestellte privater Sicherheitsfirmen gibt als Polizisten? Wenn die Tendenz steigend ist – und das ist sie – wo erreicht ein Staat den Punkt, an dem Sicherheit vor Verbrechen zur Ware wird? Zu einer Ware, die sich, wie andere Waren auch, einige leisten können, viele aber nicht? Und was bedeutet es für einen Staat, wenn sich die privaten Sicherheitsfirmen vorab gestützt auf Lohndumping durchsetzen und so im Bereich der Sicherheit unqualifiziertes Personal zu Hungerlöhnen arbeitet? Wird mit dem (neoliberalen) Rütteln am Gewaltmonopol nicht am Fundament des Staates gerüttelt?

Polizei ist Teil des Service Public und damit ein SP-Anliegen

Die öffentliche Polizei muss – wie die Schule oder der öffentliche Verkehr – für die ganze Bevölkerung da sein. Eine hoch qualifizierte, vielfältig zusammengesetzte und ausreichend entlöhnte Polizei ist Teil des Service Public und damit ein sozialdemokratisches Anliegen. Öffentliche Sicherheit bedeutet neben den präventiven Massnahmen deshalb auch die Stärkung der einer demokratischen Kontrolle unterstellten öffentlichen Polizei – auf Kosten von mit Lohndumping am Markt auftretenden privaten Sicherheitsfirmen. Kurz: Polizisten, denen man vertrauen kann, weil sie vom Staat bezahlt werden und nicht von Privaten.

Selbstverständlich muss mit einer sozialdemokratischen Politik der öffentlichen Sicherheit auch die Forderung nach Wahrung der Freiheits- und Grundrechte einhergehen. Ein durch Naivität geprägtes blindes Vertrauen in den Staat wäre verheerend. Es braucht unabhängige politische Kontrolle, Ombudsstellen, gerichtliche Beschwerdemöglichkeiten und Transparenz. Forderungen, die gerade seit Bekanntwerden neuer Schnüffelskandale weiter an Aktualität gewonnen haben. Und Forderungen, für welche eine sich an Freiheit orientierende Sozialdemokratische Partei einstehen muss. Nur: Die öffentliche Sicherheit ist demokratischer und rechtsstaatlicher Kontrolle unterworfen. Private Sicherheitsfirmen wie Broncos und Securitas kaum.

Die SP tut also gut daran, sich die Thematik der öffentlichen Sicherheit anzunehmen. Und die Diskussion über konkrete Massnahmen zu führen. Das Thema von der sozialdemokratischen Traktandenliste zu streichen, ist weder dienlich noch sinnvoll.

* Thomas Christen ist Generalsekretär der SP Schweiz. Der Haupt- und die Zwischentitel wurden von der Redaktion, also dem wahlkampflblog gesetzt.

Foto Thomas Christen: www.sp-ps.ch

Aus BPS wird BDP: Die abtrünnigen Berner SVPler haben wieder eine politische Heimat

In “Schlossgut” in Münsingen steigen traditionell Partys “für Singles zwischen 25 und 99 Jahren”. Heute morgen war das Altersspektrum ähnlich breit: Es dominierten eben nicht die älteren Generationen, und auch der Landsturm wurde nicht aufgeboten, wie die NZZ im Vorfeld orakelt hatte. Insgesamt mehr als 300 Personen fanden sich ein, um an der Gründungsversammlung der neuen Partei dabei zu sein.

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Die neue Partei firmiert unter dem Namen Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP). Damit haben sich die abtrünnigen SVPler im letzten Moment noch vom der Bezeichnung BPS, Bürgerliche Partei Schweiz, abgewendet. Als Präsidentin der BDP Kanton Bern wurde Beatrice Simon (47) gewählt. Sie präsidiert seit 2003 die Exekutive der 3000-Seelen-Gemeinde Seedorf und ist seit 2006 Grossrätin der SVP. Ihr Aufstieg in der mit Abstand grössten Fraktion verlief schnell: Unlängst wurde sie zur Vize-Fraktionschefin gewählt. Sie hätte in der SVP Karriere machen können. Trotzdem ist zur Schwesterpartei BDP übergetreten, zusammen mit 16 Kollegen aus der SVP-Fraktion.

Nachdem Beatrice Simon sich am 2. Juni zur Bubenberg-Gruppe bekannte, wurde sie von der SVP-Ortssektion Seedorf heftig angefeindet – via Lokalpresse. Andere Abtrünnige machen zurzeit ähnliche Erfahrungen. Auch deshalb darf man davon ausgehen, dass viele SVP-Mandatsträger auf kommunaler Stufe vorläufig nicht zur BDP wechseln werden. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass eine der 289 Berner Ortssektionen oder gar ein SVP-Landesverband zur BDP übertreten wird.

Ins Vizepräsidium der Bürgerlich-Demokratischen Partei wurden Grossrätin Annelise Vaucher (56) aus dem Berner Jura, im Jahr 2006 noch SVP-Regierungsratskandidatin, und Samuel Leuenberger (34), Grossrat und Jurist aus dem Emmental gewählt.

Mit der Parteigründung sei der “schmerzhafte Spagat” zwischen dem traditionellen Berner und dem neoliberalen Zürcher Kurs beendet, sagte Regierungsrat Urs Gasche. Viele Leute hätten seit Jahren sehnsüchtig auf eine pragmatische Partei gewartet, die auf die alten Tugenden der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB) und der alten SVP bauen würden. Diese Leute hätten bislang geschwiegen. Gasche, der als Tagespräsident amtete: “Die Schweigenden sind das Potenzial unserer Partei. ”

Die Bürgerlich-Demokratische Partei ist also die neue Heimat von ehemaligen Berner SVP-Mitgliedern, die man gerne als “nett” bezeichnete. Das wird nicht reichen, um die neue Partei zu etablieren. Es braucht bald auch erste Wahlerfolge: Laut Gasche will die BDP im nächsten Jahr bei den verschiedenen Gemeindewahlen antreten, ebenso 2010 bei den kantonalen und 2011 bei den eidgenössischen Wahlen. 2013 schliesslich wolle man das 5-Jahr-Jubiläum der Partei feiern, sagte Gasche unter dem grossen Applaus der Menge.

Ganz zuhinterst in der Ecke, eigentlich noch im Foyer, sass ein prominenter Zaungast, lange Zeit fast unbemerkt: alt-Parteipräsident und -Nationalrat Hermann Weyeneth. Er hatte in den letzten Wochen noch versucht, die Parteispaltung zu verhindern. Kaum war die Versammlung zu Ende, verschwand Weyeneth schon wieder.
Nachtrag:

Spannend, wie schnell bzw. “schnell” die verschiedenen Newsportale die sda-Meldung zur Parteigründung aufschalteten. Eine Auswahl:

– 12.12 Uhr Tages-Anzeiger
– 12.48 Uhr Blick
– 12.55 Uhr NZZ
– 13.49 Uhr .ch
– 13.50 Uhr Sonntag online
– 13.59 Uhr espace media

Die Versammlung in Münsingen war übrigens um 11.20 Uhr zu Ende. Weil die Zürcher (und Badener) Medien wieder einmal schneller waren, entschied ich kurzfristig, hier einen Newsbeitrag zu publizieren. Geplant war eine Analyse; sie bleibt in petto. Bei der Performance von espace.ch wirft nicht nur das Tempo Fragen auf: Zur Agenturmeldung über die Parteigründung veröffentlichte dieses Newsportal ein Foto von Bundesrat Samuel Schmid am Rednerpult. Das suggeriert, dass er selber an der Versammlung war. Dem war aber nicht so. Schmid wird zwar voraussichtlich auch Mitglied der BDP, war aber an der Gründungsversammlung liess es sich entschuldigen. (Nachtrag vom Sonntag, 22. Juni: Inzwischen wurde das Foto ausgetauscht.)

Foto Beatrice Simon: www.grossraetin.ch

Bern: Die Bürgerliche Partei Schweiz (BPS) am Vorabend ihrer Gründung

Morgen wird die Berner Sektion der Bürgerlichen Partei Schweiz (BPS) gegründet. Der Name hat dieser Tage für Verwirrung und Ärger gesorgt. Wer die Internetadresse www.bps.ch eingibt, wird zu einer Schweizer Grossbank umgeleitet. Mit der Domain www.bps.com landet man bei einer Firma in Kalifornien. Das Parteikürzel BPS ist bereits seit 12 Jahren belegt: von der Bürgerpartei Schweiz, die im Raum Bern ab und zu mit Leserbriefen auffällt und nach eigenen Angaben etwa 30 Mitglieder hat.

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Womöglich wird der Parteiname BPS an der Gründungsversammlung in Münsingen nochmals geändert. Ein Sprecher der Bubenberg-Gruppe sagte, BPS sei erst ein Arbeitstitel. Einen Arbeitstitel lieferte auch eine Werbeagentur – im Auftrag der “SonntagsZeitung” (siehe Illustration). Und damit stellt sich einmal mehr die Frage, ob die neue Partei sich primär im Stil von der SVP unterscheiden will, faktisch also eine “nette SVP” wäre.

Die Bezeichnung bürgerlich hat einen nostalgischen Beigeschmack. Sie erinnert an eine Zeit, als es in der Schweiz noch soziale Milieus gab. Sie lässt aber auch die Interpretation zu, dass die abtrünnigen SVPler an die guten alten Zeiten der Bauern-, Gewerbe- und Bauernpartei anknüpfen möchten.

Die Erinnerung an die guten alten Zeiten kann den Parteigründerinnen und -gründern Mut machen. Sie stehen seit bald drei Wochen in der Kritik. Praktisch täglich liest man von Sektionen, dass sie sich für die alte SVP entschieden haben. So der Tenor. Die Vermutung ist aber naheliegend, dass viele Parteigänger es nicht wagen, sich auf die andere Seite zu schlagen. Andere haben kalte Füsse gekriegt.

Mut schöpfen kann die Berner BPS aus zwei Gründen: Erstens schrumpfte die SVP des Kantons Bern in den letzten 16 Jahren von aprox. 33’000 auf 20’000 Parteimitglieder. Viele sind gestorben, viele aber auch ausgetreten. Das ist ein Aderlass – und gleichzeitig das Potenzial für die neue Partei. Zweitens ist die Abspaltung bzw. Neugründung schon jetzt die erfolgreichste in den letzten 90 Jahren Schweizer Parteiengeschichte.

Im Jahre 1918 lösten sich Bauern und Gewerbler im Kanton Bern vom Freisinn und gründeten eine eigene Partei. Sie wurde bereits 1919 zur stärksten Kraft im Kanton – und ist es bis heute geblieben. Dieser Erfolg kann sich wiederholen – theoretisch.

Vorentscheidend ist es, dass die neue Partei morgen beim Besetzen der Schlüsselpositionen auf die richtigen Köpfe setzt. Insider wollen wissen, dass es nämlich nicht nur unter den Parteimitgliedern, die aus eigennützigen Gedanken bei der SVP blieben, Opportunisten gäbe. Ausgedeutscht: Es geht vereinzelten Figuren nicht um die Sache, sondern vor allem um die eigene Politkarriere, die bei der SVP partout nicht mehr weiter gedeihen wollte.

Berner SVP vor der Gretchenfrage: Austritt aus der SVP Schweiz oder Spaltung?

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Die Geschichte der SVP-Dissidenten wird auch heute weitergeschrieben, in Bern wie im Kanton Graubünden.

http://www.espace.ch/artikel_532058.html

Seit dem Ausschluss der Bündner SVP-Sektion am 1. Juni ist eine ungewöhnliche Dynamik aufgekommen, die Auswirkungen auf die Parteienlandschaft sind noch nicht abschätzbar.

In Graubünden ist die Gründung einer neuen Partei beschlossene Sache, nicht so in Bern. Die primären Fragen sind:

– Ist das Vorgehen richtig, die SVP-Kantonalpartei mit einer Resolution zum Austritt aus der SVP Schweiz bewegen zu wollen?
– Wie gross sind die Chancen für eine neue bürgerlich-liberale Partei im Kanton Bern?
– Gibt es einen “dritten Weg”, wie dies rund zwei Dutzend SVP-Grossräte vor ein paar Tagen forderten?
– Wie gross ist der Einfluss der liberaleren Kräfte auf den Kurs der Berner SVP, wenn sie der Partei treu bleiben?

Die Zeit drängt: Voraussichtlich am 23. Juni soll eine ausserordentliche Delegiertenversammlung entscheiden, ob die Berner SVP der Mutterpartei den Rücken kehren will. Das ist die Gretchenfrage: Vielerorts sind die Meinungen noch nicht gemacht. Theoretisch müssten sich die 289 Ortssektionen der Volkspartei in den nächsten zwei Wochen entscheiden, ebenso 21’000 Parteimitglieder.

Ich finde die Diskussion, die entbrannt ist, hochspannend. Interaktive Foren eignen sich vorzüglich dafür. Schön, wenn Sie hier mitdiskutieren.

Ältere Postings zum Thema:

– Rettungsversuch von Hermann Weyeneth und Co
– Neue Partei: Es braucht einen langen Atem und die richtige Duftnote


Foto: keystone

SVP Bern: Rettungsversuch von Hermann Weyeneth & Co

Die SVP auf fast allen Kanälen – auch hier.

“10vor10” meldete gestern Abend, die Abtrünnigen der Berner SVP seien sich ihrer Sache bereits nicht mehr sicher. Aber gucken Sie selber.

Natürlich laufen die Drähte im Hintergrund heiss. Aber nicht nur ausgelöst vom ehemaligen Berner Kantonalpräsidenten und Nationalrat Hermann Weyeneth (Bild), der zusammen mit Gleichgesinnten die Spaltung der SVP Bern verhindern will.

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Sein Rettungsversuch kommt zu spät, es gibt keinen Weg zurück. Es gibt auch keinen dritten Weg und schon gar keine Möglichkeit, der SVP Schweiz Auflagen für eine Rückkehr in die Mutterpartei zu machen.

Jahrelang wurden die liberaleren Kräfte innerhalb der Berner SVP gedehmütigt und lächerlich gemacht. Am Montag haben sie die Konsequenzen gezogen und die Flucht nach vorne angetreten. Fallen sie jetzt um, verlieren sie ihre Glaubwürdigkeit. Das können sie sich schlicht nicht leisten, weil jeder Nebensatz, den sie verbal oder in Mails äussern, in der Öffentlichkeit seziert und interpretiert wird.

Und zum Schluss noch dies: Ein Korrigenda zuhanden der “10vor10”-Redaktion: Hans Grunder ist einer der Wortführer der Abtrünnigen, aber nicht Präsident der SVP Bern.

Foto Hermann Weyeneth: keystone

Ueli Maurer darf nicht, Toni Brunner will nicht – und die SVP boykottiert die “Arena”

Schon lange nicht mehr war es so früh klar, mit welchem Thema die “Arena” aufwarten wird. Der Ausschluss der Bündner SVP-Sektion aus der Mutterpartei, die angekündigte Abspaltung der liberalen Berner SVP-Mitglieder und die Gründung einer liberalen Fraktion im Kanton Glarus führten zu einem mittleren Erdbeben in der Schweizer Parteienlandschaft.

Entsprechend heisst der Titel der Sendung von heute Abend auch “SVP-Spaltung – was jetzt?”.

Seitens der “Stamm”-SVP hätte Parteipräsident Toni Brunner teilnehmen sollen. Die “Arena”-Redaktion wollte ihn oder einen der Vizepräsidenten dabei haben. Die Parteileitung hingegen entschied, dass Ueli Maurer der Vertreter der Volkspartei im Ring sein solle. Das wiederum akzeptierte die Redaktion nicht und so wird die Sendung ohne SVP-Beteiligung über die Bühne gehen. Selbstverschuldet draussen vor der Tür – frei nach Wolfgang Borchert. Besser noch passt ein Sprichwort: Les absents ont toujours tort.

Nicht zum ersten Mal kam es zum Armdrücken zwischen der “Arena”-Redaktion und der SVP Schweiz. Vor ein paar Wochen gewann die Volkspartei, als sie ihren Christoph Blocher als Teilnehmer der Abstimmungs-“Arena” zur Einbürgerungs-Initiative durchdrückte. Dieses Mal schwang das Medium obenaus. Es ist zweifellos richtig, dass die Redaktion abschliessend bestimmt, wer teilnimmt.

Die Gilde der Kaffeesatzleser wird die nächsten Tage mit der Frage beschäftigt sein, weshalb die SVP-Spitze ihren Präsidenten und die beiden “Vize” Adrian Amstutz oder Christoph Blocher offenbar nicht in den Ring schicken wollte.

Neue liberale SVP: Es braucht einen langen Atem und die richtige Duftnote

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Keine Frage: 36 liberale Berner SVPler haben am Montag einen Coup gelandet. Ihre Entschlossenheit kam überraschend. Jahrelang konnte man ihnen auf der Nase herumtanzen, sie mit Spott und Hohn übergiessen; stets duckten sie sich und schwiegen meistens zähneknirschend. Gleichzeitig profitierte die Partei von ihrem Spagat. Mit dem Rauswurf der Bündner Kantonalpartei platzte nun einigen Bernern aber der Kragen.

Das dezidierte Vorgehen bringt den Abtrünnigen viele Sympathien ein – nicht zuletzt seitens der Medien. Es kommt noch mehr Bewegung in die Parteienlandschaft, und die Leitfigur Blocher wähnen viele bereits auf dem Weg in die Versenkung. Hoffnung keimt auf. Kombiniert mit dem Frust, der sich jahrelang aufgestaut hat, kann daraus eine dynamische Bewegung entstehen.

Dynamik und einen langen Atem wird es brauchen, um einer neuen Partei Leben einzuhauchen. Auf gesamtschweizerischer Ebene sehe ich keinen Platz für eine neue liberal-bürgerliche Volkspartei. Die drei traditionellen bürgerlichen Parteien beackern dieses Feld seit jeher. Alle drei sind föderalistisch gewachsen, entsprechend unterschiedlich sind die Kantonalsektionen positioniert. In den meisten Kantonen käme eine neue Gruppierung den bestehenden Parteien ins Gehege. Zudem müsste sie Strukturen aufbauen. Das bedeutet Knochenarbeit – wer kann und will sie in unserem ausgeprägten Milizsystem leisten?

Fraktionsstärke dank Christian Waber von der EDU?

Ein wichtiger Etappenerfolg wäre eine eigene Fraktion auf eidgenössischer Ebene. Dafür stehen vier liberale SVP-Nationalräte bereit: Ursula Haller und Hans Grunder aus dem Kanton Bern, Brigitta Gadient und Hansjörg Hassler aus dem Kanton Graubünden. Nach einem fünften Mitstreiter wird gesucht, und das schon ziemlich lange. Der Berner EDU-Nationalrat Christian Waber könnte dem Quartett aus der Patsche helfen. Waber kehrte der SVP-Fraktion nach der „Schäfli“-Werbewalze den Rücken und politisiert seither alleine.

Es lässt sich nicht wegdiskutieren: Ohne Fraktion schwindet der Einfluss unter der Bundeshauskuppel praktisch auf Null. Fraktionslosen ist das Mitarbeiten in den Kommissionen untersagt, sie erhalten auch kaum Redezeit während den Sessionen. Dazu kommt der Faktor Geld: Eine fünfköpfige Fraktion erhält pro Jahr insgesamt etwa 180’000 Franken. Ein fünfter Kompagnon muss also her, und das noch vor der Herbstsession.

Graubünden: Wahlsystem kommt gemässigten Kandidaten entgegen

Im Kanton Graubünden präsentiert sich die Situation komfortabler: Praktisch alle bekannten Mandatsträger gehörten bis am letzten Sonntag zum liberalen Flügel der SVP. Sie stehen in der Tradition der Bündner Demokraten, die bis zur Fusion mit der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB) im Jahre 1971 existierten. Der Rauswurf aus der Mutterpartei gibt der neuen Bündner Gruppierung einen Märtyrerbonus. Dank viel Medienpräsenz und einer klaren Abgrenzung von der SVP Schweiz dürfte sie Neumitglieder anziehen.

Entscheidend sind aber die nächsten kantonalen Wahlen. Diese finden bereits im Frühling 2009 statt. Die neue liberal-bürgerliche Partei müsste auf Anhieb deutlich mehr als nur Fraktionsstärke erreichen (5 Sitze), alles andere wäre ein herber Rückschlag. In Graubünden wird das Parlament traditionell nach dem Majorzsystem gewählt. Das bedeutet, dass jeder Kandidat in seinem Wahlkreis eine Mehrheit erreichen muss. Dieses System bevorzugt die gemässigten Kräfte. Zudem wäre es psychologisch wichtig, dass die neue Partei einen ihrer beiden Sitze im Regierungsrat halten kann.

Bern: Neue Partei kann mehrere Tausend Mitglieder gewinnen

Im Kanton Bern ist die SVP die mit Abstand mächtigste Kraft. Sie bestimmt, salopp ausgedrückt, wo Gott hockt, und das schon seit mehr als 80 Jahren. In vielen Dörfern und Regionen gab es lange Zeit gar keine Alternative zur Volkspartei. Das hat den Kanton stark geprägt – bis heute. Die Berner Sektion ist mit 20’000 Mitgliedern die grösste Kantonalpartei der Schweiz. Der Coup der Abtrünnigen spaltet sie. Wie tief dieser Spalt geht, werden die nächsten Wochen zeigen.

Im Spätsommer dürfte im Kanton Bern die neue liberal-bürgerliche Partei gegründet werden. Wenn sie geschickt vorgeht, kann sie innerhalb weniger Monate mehrere Tausend Mitglieder gewinnen. Das gäbe ihr ein solides Fundament. Von den Abtrünnigen eignen sich sechs als formidable Identifikationsfiguren, die in verschiedenen Regionen des heterogenen Kantons zuhause sind: Ständerat Werner Luginbühl (Oberland), die beiden Nationalräte Ursula Haller (Thun) und Hans Grunder (Emmental), Regierungsrat Urs Gasche (Fraubrunnen) sowie Grossrat Heinz Siegenthaler (Seeland), bis vor wenigen Wochen Fraktionschef. Sie alle gelten als grundehrliche, eigenständige und integre Persönlichkeiten. Der sechste im Bunde ist – Samuel Schmid. Von der SVP-Basis wird er geschätzt, zum Teil sogar verehrt. Für sie ist er „üse Sämu“. Schmid verkörpert die lange Tradition des Berner SVP-Sitzes im Bundesrat, die 1929 mit dem legendären Rudolf „Rüedu“ Minger begonnen hatte.

Die Berner SVP hat seit Jahren punktuell andere Parolen gefasst als die Mutterpartei – vor allem in Fragen der aussenpolitischen Öffnung. Die liberal-bürgerliche Nachfolgepartei müsste diesen Kurs fortsetzen. Das reicht auf die Dauer aber kaum: Auch in anderen Politikfeldern braucht es eine klare Abgrenzung von der SVP. Inhaltlich käme sie damit wiederum der FDP sehr nahe, das schleckt keine Geiss weg. Die beiden entscheidenden Unterschiede zwischen diesen beiden Parteien lägen aber in ihrer Herkunft – und ihrer „Duftnote“.

Der Kanton Bern ist mentalitätsmässig ein Agrarkanton geblieben

Die FDP des Kantons Bern ist in den letzten 20 Jahren zu einer Elitepartei geworden. Dieser Tage strich sie in einem Communiqué heraus, dass sie „die Partei der Unternehmer“ sei. Das trifft zweifellos zu, sie ist aber auch die „Partei der Individualisten“, wie Kantonalpräsident Johannes Matyassy sich schon mehrfach ausdrückte. Die Freisinnigen fallen zudem mit ihrem Habitus auf. Dieser kontrastiert mit dem Selbstverständnis der anderen Bürgerlichen.

Die neue liberal-bürgerliche Partei kann reüssieren, wenn sie den richtigen Duft verströmt. Sie müsste eine Partei werden, die in breiten Teilen der bürgerlichen Bevölkerung Sympathien geniesst. Der Kanton Bern ist mentalitätsmässig ein Agrarkanton geblieben, der Bruch mit der Landwirtschaft wäre deshalb fatal. Ähnlich wichtig ist es, wie die abtrünnigen SVP-Mitglieder in den nächsten Wochen und Monaten in der Öffentlichkeit auftreten. Der Charme handgestrickter Kommunikation ist schnell einmal verflogen.

Mark Balsiger

Der Webauftritt der abtrünnigen Berner SVP-Mitglieder:

http://www.resolution-svp.ch/

Fotos: keystone

SVP Bern: Parteispaltung ist unvermeidbar – und Bundesrat Samuel Schmid geht auch

Kurzfristig haben die Berner SVP-Dissidenten am frühen Nachmittag zu einer Medienkonferenz gerufen. Die Lokalität hat in mehrfacher Hinsicht symbolische Aussagekraft: Sie liegt im Kellergeschoss eines Berner Hotels, die Wände sind in einem blassen Grün gehalten, und sie heisst “Gnägi”-Saal – in Erinnerung an den legendären Berner SVP-Bundesrat Rudolf Gnägi. Er würde sich im Grab umdrehen, wenn er wüsste, was mit seiner Partei geschieht.

Die SVP-Dissidenten schlugen der offiziellen SVP auch gleich ein Schnippchen – allerdings ohne es zu wissen: Ihr Auftritt fand zeitgleich mit der Medienkonferenz zu den Legislaturzielen der SVP Schweiz statt. Der “Gnägi”-Saal war rappelvoll, während im Medienzentrum Bundeshaus nur wenige Journalisten lauschten, was Toni Brunner und Co zu erzählen hatten.

Insgesamt 36 Mitglieder der Berner SVP sind zum Schluss gekommen: so nicht! Nachdem die SVP des Kantons Graubünden gestern aus der Mutterpartei ausgeschlossen wurde, haben sie nun gehandelt. Mit einer Resolution fordern sie, dass die Kantonalsektion Bern aus der SVP Schweiz austreten soll.

Die Resolution im Wortlaut folgt hier:

SVP_Bern_Resolution

Für den Austritt aus der SVP Schweiz braucht es eine Zweidrittelsmehrheit der Delegierten. Das ist eine enorm hohe Hürde, die mit der heutigen Struktur der Partei nicht genommen werden kann. Ich halte die Bezeichnung “liberal”, die für die Berner SVP-Sektion gerne verwendet wird, schon seit geraumer Zeit nur noch für eine Etikette. Die Mehrheit der Berner SVP tickt genauso wie die grosse Mehrheit der Volkspartei. Der Austrittsantrag wird folglich scheitern.

Das nehmen die Dissidenten offensichtlich in Kauf. Bei einem Nein wollen sie eine eigene Partei gründen – auf nationaler Ebene wie im Kanton Bern.

Damit könnte sich theoretisch die Geschichte wiederholen: Nach dem Ersten Weltkrieg lösten sich die Berner Bauern von der FDP und gründeten die Berner Bauern- und Bürgerpartei. Sie wurde bei den Nationalratswahlen 1919 auf Anhieb stärkste Kraft im Kanton, zehn Jahre später stellte sie bereits einen Bundesrat in der Person ihres Gründervaters Rudolf Minger.

Könnte und theoretisch…

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Der Coup von damals lässt sich kaum wiederholen. Gewiss, unter den 36 SVP-Mitgliedern, die die Resolution unterzeichnet haben, sind einige prominente Namen zu finden. Bundesrat Samuel Schmid (Bild) zum Beispiel, Ständerat Werner Luginbühl, Regierungsrat Urs Gasche sowie die Nationalratsmitglieder Ursula Haller und Hans Grunder, zudem einige kantonale Grössen.

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Die Parteispaltung, die folgen wird, ist unvermeidbar. Bis Ende August soll sie vollzogen sein, so die Dissidentengruppe. Sie möchte in der Herbstsession des Nationalrates mit Fraktionsstärke auftreten können. Dafür braucht sie mindestens fünf Mitglieder – derzeit sind vier im Boot: die beiden Berner Ursula Haller und Hans Grunder sowie die beiden Bündner Brigitta Gadient und Hansjürg Hassler. Wer der rettende fünfte Kompagnon sein könnte, steht in den Sternen (Ist es der Berner Oberländer Andreas Aebi? Oder der Waadtländer Pierre-François Veillon? – Nachtrag vom 03.06.2008, 17.20: NR Andreas Aebi ist nicht Berner Oberländer, sondern aus dem Oberaargau, pardon). Das ist ein weiteres Problem. Zudem: Ohne Fraktion gibt es keine Fraktionsgelder, und das wäre bereits Problem Nummer drei.


Eine Einordnung:

1. Die Berner SVP-Sektion wird nicht aus der Mutterpartei austreten.
2. Parteispaltungen wird es in den Kantonen Graubünden und Bern geben.
3. Ob es zu weiteren grösseren Absatzbewegungen kommt, ist offen. Möglich wären neue kantonale Sektionen in Thurgau und Glarus.
4. Das Ziel Fraktionsstärke auf nationaler Ebene bleibt ein Wunschtraum.
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5. Von den bekannten Dissidenten stehen die allermeisten im Spätherbst ihrer politischen Karriere: Bundesrat Schmid ist bis Ende 2011 gewählt, länger hätte er ohnehin nicht gemacht. Die Nationalratsmitglieder Haller, Gadient und Hassler wären Ende 2011 alle schon mindestens 12 Jahre mit dabei. Einzig Grunder ist ein Neuling auf eidgenössischer Ebene, er hat also etwas zu verlieren. Einer, der bedeutend mehr zu verlieren hat, ist Ständerat Werner Luginbühl (Bild). Er ist seit bald 13 Jahren Berufspolitiker, aber erst 50-jährig und kann sich nicht wie Grunder auf ein eigenes Unternehmen abstützen. Ob Luginbühl 2011 sein Mandat als Vertreter einer neuen Partei verteidigen kann?
6. Für den Aufbau einer neuen Partei braucht es grosse personelle und finanzielle Ressourcen, einen langen Atem und professionelle Strukturen. Ich zweifle, ob das alles vorhanden wäre. Die Grünen brauchten 20 Jahre, um sich auf nationaler Ebene zu etablieren.
7. Für eine neue, bürgerlich-liberale Partei hat es gesamtschweizerisch kaum Platz. Sich primär im Stil von der SVP zu unterscheiden, reicht auf die Dauer nicht.
8. Der Schritt zur Abnabelung von der Mutterpartei ist ehrlich, aber ohne Muttermilch kann das neue Kind kaum überleben. Die Dissidenten müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie Gutmenschen sind.
9. Faktisch hat die SVP Bern heute Nachmittag auf einen Schlag einen Bundesrat, einen Ständerat, zwei Nationalräte, einen Regierungsrat und rund ein Dutzend Grossräte verloren.

Foto Samuel Schmid: keystone
Foto Werner Luginbühl: www.be.ch

SVP Graubünden: Wie reagieren die echten und die Vielleicht-Dissidenten?

Der Zentralvorstand der SVP Schweiz fackelte heute nicht lange: Mit 81 zu 5 Stimmen hat er die SVP Graubünden ausgeschlossen. Das ist eine Première: Parteiausschlüsse für Einzelmitglieder gibt es gelegentlich, ganze Sektionen hingegen wurden noch nie ausgeschlossen.

Gegen diesen Entscheid können die Bündner zwar noch rekurrieren. In einem solchen Fall wird die Delegiertenversammlung der SVP Schweiz am 5. Juli den Ausschluss bestätigen. Die Mehrheitsverhältnisse sind glasklar: Gegen den Ausschluss der Bündner votierten in Konsultativabstimmungen nur die Kantonalsektionen Bern und Glarus.

Spannender dürften die Reaktionen sein: Morgen wollen die Spitzenkräfte der verstossenen Bündner Sektion die Medien orientieren, welche Optionen sie sehen. Entschieden wird an einem Sonderparteitag am 16. Juni. Im Vordergrund steht realistischerweise die Gründung einer neuen liberalen Kantonalpartei. (Vor zwei Wochen ging ich noch von einer anderen Option aus.) Der ehemaligen Mutterpartei würde sie am meisten schaden, wenn sie den Rechtsweg beschritte. Das dauert.

In Bern strecken in diesen Stunden eine Handvoll Vielleicht-Dissidenten der “Operation Bubenberg” die Köpfe zusammen. An eine Parteispaltung der mitgliederstärksten SVP-Kantonalsektion glaube ich nicht. Erstens gibt es fast nichts mehr zu spalten. Zweitens braucht es für den Aufbau einer neuen Partei 20 Jahre. Drittens hat es im Berner Parteienspektrum auf die Dauer keinen Platz für eine neue Gruppierung, die sich bürgerlich-liberal positioniert.

Naheliegender ist ein letztes verbales Aufbäumen der wenigen Berner SVP-Liberalen. Danach kuschen sie. Oder die Nationalratsmitglieder Ursula Haller und Hans Grunder schliessen sich der FDP-Fraktion an. Diese würde den Zuwachs wohl begrüssen – im Gegensatz zur FDP des Kantons Bern. Denn spätestens bei den Nationalratswahlen 2011 wären Haller und Grunder ein Problem. Die Luft würde dünner, das Gerangel unter den Bisherigen und Ambitionierten zu einem unschönen Hickhack.